Erfolgreiches Jahr für BEG Hochwald

Erfolgreiches Jahr für BEG Hochwald

Losheim. "Es war ein erfolgreiches Jahr für eine fortschrittliche Energiepolitik", zieht Henry Selzer Bilanz. Der Weiskircher Kommunalpolitiker ist Vorsitzender der Genossenschaft. Die Idee, Klimaschutz mit finanziellem Nutzen zu verbinden, habe viel weitere Kreise gezogen als erwartet: 150 Mitglieder wollte die Genossenschaft nach einem Jahr erreicht haben

Losheim. "Es war ein erfolgreiches Jahr für eine fortschrittliche Energiepolitik", zieht Henry Selzer Bilanz. Der Weiskircher Kommunalpolitiker ist Vorsitzender der Genossenschaft. Die Idee, Klimaschutz mit finanziellem Nutzen zu verbinden, habe viel weitere Kreise gezogen als erwartet: 150 Mitglieder wollte die Genossenschaft nach einem Jahr erreicht haben. Ende Januar waren es schon 360 Menschen aus dem Kreis Merzig-Wadern und aus angrenzenden rheinland-pfälzischen Gemeinden, die Mitgliedsanteile erworben haben. "Wir liegen sowohl hinsichtlich der Zahl der Mitglieder als auch der Höhe der Einnahmen um mehr als 100 Prozent über den Zielsetzungen des Businessplans", sagt Jürgen Millen. Der Losheimer bildet neben dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Untere Saar, Bernd Mayer, und dem Unternehmer Werner Thielen den Aufsichtsrat der Genossenschaft und war neben Selzer einer der "Gründungsväter" der BEG.

Nicht nur die Resonanz auf die Geschäftsidee war bestechend, resümieren Selzer und Millen. Auch die von der BEG bis dato angestoßenen Projekte seien sehr erfolgreich verlaufen: Die Genossenschaft betreibt mittlerweile eigene Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach eines Gewebebetriebes in Konfeld sowie auf den Kindertagesstätten in Erbringen und Reimsbach. Millen: "Kitas sind geradezu prädestiniert für Fotovoltaik-Projekte, weil zu der Zeit, in der in der Regel Solarstrom produziert wird, dort auch der Eigenverbrauch am höchsten ist." Und Henry Selzer ergänzt: "Wir können unsere Kosten jetzt schon durch die bestehenden Fotovoltaik-Anlagen decken." Das sei aber auch nur deswegen möglich, weil ein Großteil der Geschäftsbesorgung immer noch ehrenamtlich erledigt werde.

Großprojekt fest im Blick

Jetzt arbeiten die Verantwortlichen mit Hochdruck daran, ihr erstes Großprojekt zur Vollendung zu bringen: den Windpark auf dem Galgenberg bei Losheim. Vier weitere Windräder sollen zu dem einen, das bereits dort steht, hinzukommen. Die BEG Hochwald möchte Mehrheitsgesellschafter für den Windpark werden, wobei die Mitglieder der Genossenschaft über ihre Einlagen sowie über Darlehen, die sie der Genossenschaft gewähren, das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 12,8 Millionen Euro mitfinanzieren sollen. Auch hier läuft es nach den Worten der BEG-Verantwortlichen besser als erhofft: "Wir haben inzwischen rund drei Millionen Euro an Finanzmitteln für den Windpark Galgenberg eingeworben", erläutert Selzer.

Dafür wurde während eines befristeten Zeitraums die Möglichkeit eröffnet, bis zu 100 Genossenschafts-Anteile zum Preis von je 500 Euro zu erstehen. Außerdem konnten Mitglieder gegenüber der Genossenschaft als Darlehensgeber auftreten. Rund zwei Millionen Euro seien über Einlagen als echtes Eigenkapital zusammengekommen, eine weitere Million über Darlehenszusagen von Mitgliedern. "Das Ziel, den ersten genossenschaftlichen Bürger-Windpark im Saarland zu realisieren, ist so gut wie erreicht", sagt Henry Selzer. Die Gründung einer Betreibergesellschaft stehe kurz bevor, noch 2013 solle die Anlage ans Netz gehen. "Das ist auch vom Genehmigungsstand her möglich", meint Henry Selzer, und Jürgen Millen betont die Akzeptanz des Projektes: "Es gab keinen einzigen Einwand von Bürgern gegen den Windpark Galgenberg." Über die Beteiligung an weiteren Windkraft-Projekten, auch außerhalb des Hochwaldes, werde verhandelt. cbe