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Er weiß genau, wie die Zeit verging

Horst Wagner aus Dillingen sammelt seit Jahrzehnten SZ-Kalender. Hier zeigt er seinen ersten Kalender aus dem Jahr 1953. Foto: Thomas Seeber
Horst Wagner aus Dillingen sammelt seit Jahrzehnten SZ-Kalender. Hier zeigt er seinen ersten Kalender aus dem Jahr 1953. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Dillingen. Das ganze Jahr auf einem Blatt, das ist der SZ-Kalender. Seit 1953 wird er in der Familie Wagner in Dillingen gesammelt. Über viele Jahre sind dort auch wichtige Ereignisse eingetragen worden – wie die Geburt von Horst Wagner. Von SZ-Mitarbeiterin Carolin Merkel

Völlig unbemerkt hat Horst Wagner aus Dillingen eine Sammlung im Regal, die bei der Saarbrücker Zeitung auf großes Interesse gestoßen ist. Denn sein 1994 verstorbener Vater Herbert Wagner hat seit dem Jahr 1953, da war Horst Wagner nicht einmal geboren, alle Wandkalender der Saarbrücker Zeitung aufgehoben.

Fein säuberlich in Klarsichthüllen abgeheftet, bietet der Blick in das Archiv ein eindrucksvolles Bild in die vergangenen sechs Jahrzehnte. Zum einen fällt das immer wieder geänderte Erscheinungsbild des Kalenders auf.

In den ersten Jahren war kein Platz für eigene Notizen vorgesehen, vielmehr gab die SZ in diesen Jahren ihren Lesern einen Namenstagkalender mit auf den Weg durch das Jahr. Später dann konnte zu jedem Tag eine kleine Notiz gemacht werden, und diese Gelegenheit nutzte Vater Herbert immer wieder gerne.

"Hier bin ich geboren", zeigt Horst Wagner auf einen Tag im Jahr 1958 und tatsächlich, fein säuberlich steht zu lesen "Horst geboren". Gerade einmal sechs Jahre später, auf dem Kalender von 1964 gibt es die ersten Kritzeleien vom Sohn. "Das ist ein Männchen, das ich mir zu Weihnachten gewünscht habe", erzählt er. Geburtstage, Firmung, Schulentlassung, aber auch Todestage, wie etwa des ehemaligen Dieffler Bürgermeisters Hans Meiers im Jahr 1974, sind in den Zeilen ebenso zu lesen wie der lang ersehnte Urlaub im Jahr 1971.

Ganz besonders ins Auge fällt ein Datum. "Mondlandung" steht beim 21. Juli 1969. Daran kann sich Horst Wagner noch gut erinnern, als die Familie dieses Ereignis im Fernsehen verfolgte.

"Als mein Vater gestorben ist, ist mir die Sammlung in die Hände gefallen und ich habe einfach weitergemacht", erzählt Wagner. Auch wenn er die Kalender nicht mehr zum Notieren seiner wichtigen Lebensereignisse benutzt, so hat er sie lückenlos zusammengetragen.

Auffallend dabei ist die vorherrschende Farbe Blau, mal heller, mal dunkler. "Und dabei sollten sie auch bleiben", appelliert er an die Herausgeber des Kalenders. Schließlich zeigt er die drei Kalender aus den Jahren 1999 bis 2011, die statt des blauebn einen schwarzen Kopf und ihm so gar nicht gefallen haben.