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Eissporthalle Dillingen: Eigentümer fordert Hilfe

Eissporthalle in Dillingen : Folz will Gutachten zur Statik nicht bezahlen

Der Eigentümer der Eissporthalle in Dillingen fordert finanzielle Unterstützung, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können.

Vor gut einem Monat, Anfang Dezember, hat sich der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), Klaus Meiser, öffentlichkeitswirksam zur Eissporthalle Dillingen geäußert (wir berichteten). Man müsse nur mal vernünftig mit der Unteren Bauaufsicht des Landkreises (UBA) reden, und dann werde sich schon etwas machen lassen, dass die Sportstätte wieder in Betrieb genommen werden könne.

Partner bei einem solchen Gespräch, meinte Meiser, sollten LSVS, Stadt Dillingen, Landrat Patrik Lauer, zu dessen Verwaltung die UBA gehört, und der Eigentümer der Halle, Jürgen Folz, sein. Wenn auch ohne den Sportverband, der zurzeit mutmaßlich mit seinem Finanzskandal andere Sorgen hat, hat es inzwischen ein Gespräch gegeben. Ergebnis? Vorsichtig formuliert: Nicht von allen drei beteiligten Seiten einheitlich beschrieben.

Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg und Lauer heben zunächst auf das ab, was seit Januar 2017 als Sachstand galt: Zwei Balken der Dachkonstruktion sahen so feucht aus, dass die UBA Folz aufforderte, ein Statik-Gutachten beizubringen. Der Eigentümer müsse belegen, dass die Statik in Ordnung sei. Daraufhin habe Folz den Betrieb eingestellt. Beim aktuellen Gespräch, sagen Berg und Lauer, hätten sie Folz klarmachen können, dass für das Gutachten etwa 2500 bis 3000 Euro aufzuwenden wären, und ihm mögliche Gutachter genannt.

Der Eigentümer hat nach Aussage der beiden Verwaltungschefs im weiteren Verlauf Summen von 60 000 bis 100 000 Euro genannt, die aufzubringen seien, um den Betrieb erneut aufzunehmen. Eine Verteilung dieser Kosten zu je einem Drittel auf LSVS, Stadt und ihn selbst sei denkbar, sagte Folz.

Lauer will das „nicht großartig kommentieren“. Der UBA gehe es lediglich darum, die Sicherheit zu gewährleisten. „Unverständlich“ ist dem Landrat allerdings, dass Folz zwar angibt, gut 33 000 Euro für einen erneuten Betrieb der Halle aufbringen zu können und zu wollen, aber nicht die 3000 Euro für das erforderliche Gutachten. Berg geht davon aus, dass Folz zwischenzeitlich ein Gutachten auf den Weg gebracht haben dürfte. Zu den Kosten sagt er: „Von einer Kostenbeteiligung am Gutachten seitens der Stadt war keine Rede.“ Und die Drittellösung kann der Bürgermeister auch nicht bestätigen: Das müsste der Stadtrat entscheiden.

„Es kann nicht sein, dass die alles dem Folz hinschieben“, erklärt der frühere Hallenbetreiber der SZ. Mit 100 000 Euro wäre ein erneuter Betrieb möglich, dann bräuchte er keine weiteren Zuschüsse – „allenfalls ein Entgegenkommen der Stadtwerke bei den Stromkosten“. Folz: „Wenn jemand die Kosten für die Dachprüfung übernimmt, kann ich was machen.“ Und zwar ausdrücklich: Nur dann. Nicht einverstanden ist Folz mit der Darstellung, wie es zur Schließung der Halle gekommen ist. Die UBA habe das „ohne Not“ in der Hauptsaison voriges Jahr von einem Tag auf den anderen veranlasst „und damit nebenbei sieben Leute arbeitslos gemacht“.

Und jetzt? „Mir ist das im Prinzip ziemlich egal“, sagt Jürgen Folz. Wenn gewollt sei, dass es weitergeht, dann brauche er Zusagen. „Aber“, stellt er fest, „jetzt habe ich nur schwammige Aussagen.“

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