Eintauchen in eine surreale Welt

Eintauchen in eine surreale Welt

Seine auf Leinwand gebannten Visionen wirken auf manch einen finster und unheilvoll. Ab 26. Oktober zeigt der Kunstverein Dillingen im Alten Schloss eine Auswahl aktueller Werke des Berliner Künstlers.

Begegnungen der ganz besonderen Art erwarten den Besucher in der kommenden Herbst-Ausstellung, die der Kunstverein Dillingen von Sonntag, 26. Oktober, bis zum 16. November im Alten Schloss Dillingen zeigt. Diesmal ist der in Berlin lebende und arbeitende Maler Philip Grözinger mit einer Auswahl an aktuellen Werken vertreten.

Bezüge zur Biografie

Seine in Öl, Acryl und Kreide auf Leinwand gebannten Visionen führen in eine surreale Welt. Dort bewegen sich mutierte menschenähnliche Gestalten in finsteren, unheilschwangeren Landschaften, die an fremde Planeten - jenseits vertrauter Zivilisation - erinnern. Zu bedrohlichen oder gar zerstörerischen Monstern mutiert, agieren die skurrilen Kreaturen in giftig-grellen Farben vor düsterem Grund inmitten rätselhafter, symbolisch aufgeladener Szenerien. Überall mischen sich kleine dämonische Kobolde - quasi stellvertretend für den Künstler selbst - in das bizarre Treiben ein, das durchaus Bezüge zur Biografie des 1972 in Braunschweig geborenen Malers aufweist.

Motive an Pop-Kultur orientiert

So illustrieren die in wüsten Einöden auftauchenden martialischen Ungeheuer die Furcht vor militärischer Gewalt und nuklearer Bedrohung, greifen somit Themen auf, die das Weltbild des im einstigen Zonenrandgebiet aufgewachsenen Künstlers sichtlich geprägt haben. Mit schnellem Strich und Lust an der Farbe überwindet Philip Grözinger stilistische Gegensätze, stattet seine romantischen Landschaften mit cartoonhaften Figuren und anderen, an der modernen Pop-Kultur orientierten Bildmotiven aus. Stets wohnt seinem, von kindlicher Bildhaftigkeit inspirierten Hang zum Fabulieren eine gehörige Portion abgründigen Humors inne. Mit seinen alptraumhaften Szenarien legt Philip Grözinger geheime Wünsche und Triebe bloß, verleiht unseren bösesten Ahnungen und Ängsten groteske Gestalt.

Philip Grözinger studierte von 1990 bis 1998 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, wurde dort 1998 Meisterschüler bei Professor Karl Schulz. Im selben Jahr erhielt der Künstler das Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen. Bislang waren Philip Grözingers Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland (Berlin , Leipzig, Hamburg, Wien, Kopenhagen, Detroit) zu sehen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 26. Oktober, 11 Uhr, eröffnet. Es spricht Lina Scheewe, Saarlandmuseum . Bis 16. November, Altes Schloss Dillingen , Schlossstraße10. Geöffnet: Donnerstag/Freitag/Samstag/Sonntag: 14 - 17 Uhr.

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