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Eine schrecklich schnelle Familie

Eine schrecklich schnelle Familie

Dillingen. Es setzt bereits leichte Abenddämmerung ein, als Sandro Wallenwein und sein Co-Pilot Marcus Poschner am Samstag das Fahrerlager der 42. Saarland-Rallye erreichen. Gleich, nachdem sie ihren weißen Subaru Impreza N16 auf der Rampe nahe des Lokschuppens in Dillingen geparkt haben, kann die Siegesfeier beginnen: Rauf aufs Autodach, dann fließt der Sekt in Strömen

Dillingen. Es setzt bereits leichte Abenddämmerung ein, als Sandro Wallenwein und sein Co-Pilot Marcus Poschner am Samstag das Fahrerlager der 42. Saarland-Rallye erreichen. Gleich, nachdem sie ihren weißen Subaru Impreza N16 auf der Rampe nahe des Lokschuppens in Dillingen geparkt haben, kann die Siegesfeier beginnen: Rauf aufs Autodach, dann fließt der Sekt in Strömen. Für Sandro Wallenwein ist es nach 2007 und 2008 bereits der dritte Erfolg auf saarländischem Terrain. Und dennoch: Ein paar Meter hinter dem strahlenden Sieger gab es in der Schlange der wartenden Autos jemanden, der an diesem Abend noch mehr im Mittelpunkt stehen sollte: Bereits im vorletzten Rennen der Saison machte Sandros jüngerer Bruder Mark Wallenwein mit Platz drei den Titelgewinn in der Deutschen Rallye-Meisterschaft (DRM) perfekt. Der 25-jährige Stuttgarter profitierte im Skoda Fabia S2000 früh vom Ausfall des einzigen Konkurrenten Ruben Zeltner, der seinen Porsche 911 bereits auf der sechsten Wertungsprüfung "Lebacher Land I" mit Reifenschaden abstellen musste.Gegen einen Doppelsieg der Wallenwein-Brüder bei der Saarland-Rallye hatte letztlich nur Hermann Gaßner etwas einzuwenden. Nachdem es kurz so aussah, als könne der vierfache deutsche Meister wegen einer gerissenen Antriebswelle am Auto des Führenden sogar noch Richtung Sieg schielen, fehlten Gaßner aber am Ende gut 20 Sekunden auf die Spitze. Bester Saarländer im Feld wurde Timo Bernhard. Der Homburger kam im Porsche 911 als Gesamt-Sechster an. Am Samstag fuhr er sechs Bestzeiten bei Wertungsprüfungen (WP) - und blieb dennoch unbelohnt. Ein Reifenschaden auf der WP Lebacher Land II hatte den Le-Mans-Sieger entscheidende Zeit gekostet. Co-Pilot Klaus Wicha ärgerte sich: "Aber wie Rallye-Altmeister Timo Salonen schon sagte: ,Der Rallyesport ist hart, aber ehrlich'." Immerhin konnte Bernhard überhaupt dabei sein. Lars Mysliwietz war nicht einmal das vergönnt. Co-Pilot Oliver Schumacher war beruflich im Einsatz. "Es tut schon verdammt weh, heute nicht im Cockpit zu sitzen", verriet Mysliwietz. Stattdessen musste er sich - mit einem Mikrophon in der Hand - damit begnügen, die Zuschauermassen beim Stadtkurs in Dillingen mit Experteneinschätzungen zu füttern. Besser lief es da für Jörg Broschart/Marcel Piro (Schiffweiler/Nalbach), die auf Platz 13 kamen. Glücklich im Ziel waren auch die Saarbrücker Joachim und Susanne Hohloch. Nach einigen Jahren erreichten sie erstmalig wieder das Ziel auf einem hervorragenden 14. Gesamtrang. "Das ist schon ein tolles Ergebnis für unseren alten BMW M3. Nachdem wir in jüngster Zeit sehr viel Pech mit der Technik hatten, sind wir überglücklich, hier im Ziel so weit vorne zu sein", sagte Joachim Hohloch.

Zufrieden war auch der Veranstalter: "Besonders freut es mich, dass das Zuschauerinteresse auch in diesem Jahr noch weiter gestiegen ist", zog Gesamtleiter Karl-Heinz Finkler ein positives Fazit.