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Sanierung
Eine pfiffige Idee rettet die Oster-Gottesdienste

Dieses Original-Gemälde über dem Marien-Altar mit dem Bildnis der Muttergottes wurde bei den Renovierungsarbeiten in der Kirche St. Maximin wiederentdeckt. Es stammt aus dem Jahr 1893.
Dieses Original-Gemälde über dem Marien-Altar mit dem Bildnis der Muttergottes wurde bei den Renovierungsarbeiten in der Kirche St. Maximin wiederentdeckt. Es stammt aus dem Jahr 1893. FOTO: Axel Künkeler
Pachten. Die Renovierung der Kirche St. Maximin in Pachten ist fast fertig, doch bis die Bänke wieder aufgestellt werden können, dauert es noch. So lange lautet das Motto: „Stühle für das Haus Gottes.“

Bis Ostern sollen die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Maximin in Pachten weitgehend abgeschlossen sein. Nur für das Versiegeln des Holzbodens und das Aufstellen der Kirchenbänke reicht die Zeit nicht. Um dennoch bereits in der Osterzeit wieder Gottesdienste in der Kirche abhalten zu können, hat sich Dechant Patrik Schmidt eine besondere Aktion einfallen lassen.


In diesen Tagen wird noch fleißig gearbeitet im Pachtener Kirchenschiff. Handwerker sind damit beschäftigt, die Holzböden abzuschleifen – und auch die letzten Malerarbeiten sind noch im Gange. Die Dispersionsfarbe, mit der die Kirche in der Mitte des 20. Jahrhunderts gestrichen wurde, musste aus Gründen des Denkmalschutzes abgenommen werden. Die zuletzt rot gestrichenen Säulen erstrahlen jetzt wieder in einem grau-blau-grünen Ton. Der gesamte Innenraum der Kirche wirkt deutlich heller.

„Wir haben versucht, die Kirche möglichst originalgetreu zu renovieren“, berichtet Dechant Schmidt. Die ursprüngliche Bemalung der Kirche hat sich aufgrund der zahlreichen Renovierungen, die nach den beiden Weltkriegen erforderlich waren, nicht mehr feststellen lassen. Nur über dem Marienaltar wurde bei den Arbeiten ein Original-Gemälde aus der ursprünglichen Kirche von 1893 entdeckt: eine von Sternen umgebene und thronende Muttergottes.

Die Restaurierung dieses Gemäldes hat die Gesamtkosten der Renovierung ebenso steigen lassen wie der schlechte Untergrund der Kirche und einige „unvorhergesehene Dinge“. Vom Bistum Trier waren zunächst Kosten in Höhe von 241 000 Euro genehmigt, von denen die Gemeinde einen Eigenanteil von 154 000 Euro aufbringen muss. Mehr als die Hälfte davon, über 80 000 Euro wurden bereits durch Spenden, Zuschüsse und verschiedene Aktionen wie Weinverkostungen oder Kuchenverkauf erwirtschaftet. „Wir haben noch keine Abschluss-Bilanz, aber die Gesamtkosten dürften am Ende bei 250 000 Euro liegen“, schätzt der Pastor. Daher ist die Gemeinde auf weitere Spenden angewiesen, zumal sich bereits die notwendige Sanierung der Orgel als nächstes Projekt abzeichnet.

Seit September 2017 wurde mit dem Geld eine Menge geleistet. Nachdem Mitglieder der Gemeinde die Kirche ausgeräumt hatten, wurden Elektroleitungen verlegt, die Fenster abgeklebt, der Fußboden abgedeckt und die Orgel verpackt. Dann begann der Aufbau des großen Gerüstes, damit die Kirchenfenster ausgebaut, neu verbleit, verlötet und verkittet werden konnten. Das Gerüst war erforderlich für die Wand- und Deckenarbeiten. Die Wände wurden abgebeizt, der schadhafte Altputz sowie Risse in den Gewölben saniert. In mehreren Arbeitsschritten wurden Wände und Decken gekalkt, die Säulen und Kapitelle gestrichen. Jetzt fehlt nur noch der Anstrich der Säulenfüße, der so genannten Basis.



Und eben der Abschluss der Bodenarbeiten. Das Versiegeln des Holzbodens erfordert eine gewisse Trockenzeit, bevor die Bänke wieder aufgestellt werden können. Die zwei Wochen bis Ostern reichen dafür nicht aus. Deshalb hat Dechant Schmidt die Pachtener zu einer originellen Aktion aufgerufen.

Um die Kirche trotz fehlender Bänke von Palmsonntag über die Ostertage bis zum Weißen Sonntag nutzen zu können, hat die Gemeinde eine Stuhl-Aktion unter der Überschrift: „Platz geben! Platz nehmen!“ ins Leben gerufen. Am Freitag, 23. März, von 16 bis 20 Uhr, und am Samstag, 24. März, von 10 bis 12 Uhr, sollen ein oder mehrere Stühle von zuhause in die Kirche gebracht werden. „Welchen Stuhl Sie bringen und wohin Sie ihn im Kirchenschiff stellen, ist Ihnen überlassen“, erklärt Schmidt – getreu dem Motto „Platz geben“. „Platz nehmen“ kann dann jeder Kirchenbesucher in den gut zwei Wochen auf einem der Stühle. Die sollen nämlich bis nach dem Dank-Amt der Kommunionkinder am Montag, 9. April, stehen bleiben.

Vorbild der geplanten Stuhl-Aktion für den Pachtener Dechant („Ich bin sehr gespannt, wie es angenommen wird“) ist eine ähnliche Aktion, die vor einigen Jahren im Bistum Münster stattfand.

Wer die Sanierung mit einer Spende unterstützen will, kann das Geld bar im Pfarramt abgeben oder auf eines der beiden Konten überweisen: Kreissparkasse Saarlouis: IBAN DE62 5935 0110 0087 0027 70; Vereinigte Volksbank: IBAN DE04 5909 2000 1912 1600 30.

Pastor Patrik Schmidt in der Kirche St. Maximin Pachten. Die Arbeiter schleifen eifrig den Boden ab.
Pastor Patrik Schmidt in der Kirche St. Maximin Pachten. Die Arbeiter schleifen eifrig den Boden ab. FOTO: Axel Künkeler
(AJK)