Eine Oase für arme Streuner

Hasborn-Dautweiler. Kater Balu streicht um die Beine von Frauchen Carmen Braun. Der Senior ist der Tierschützerin vor zwölf Jahren zugelaufen und fand bei ihr ein gutes Zuhause. Neben ihm tummeln sich zwei weitere schwarze Kater im Hause Braun. Doch damit nicht genug: Denn immer wieder sind Katzenkinder, kranke Samtpfoten oder Fundtiere bei Carmen Braun untergebracht

Hasborn-Dautweiler. Kater Balu streicht um die Beine von Frauchen Carmen Braun. Der Senior ist der Tierschützerin vor zwölf Jahren zugelaufen und fand bei ihr ein gutes Zuhause. Neben ihm tummeln sich zwei weitere schwarze Kater im Hause Braun. Doch damit nicht genug: Denn immer wieder sind Katzenkinder, kranke Samtpfoten oder Fundtiere bei Carmen Braun untergebracht. Die Hasbornerin ist ehrenamtliche Pflegestelle für Katzen und zugleich die Vorsitzende des Vereins Tieroase ThoMa, 2005 gegründet. Räume, vergleichbar mit einem Tierheim, in dem Hunde und Katzen untergebracht werden können, hat der Verein nicht. "Ich hatte einmal den Vorschlag gemacht, auf dem gemeindeeigenen Grundstück hinter meinem Haus einen Auffangzwinger für Notfälle aufzubauen", erzählt Carmen Braun. Doch dieser wurde von der Gemeinde nicht genehmigt. Der Verein arbeitet mit engagierten privaten Pflegestellen: Es gibt vier feste Pflegestellen für Katzen, zwei für Hunde.

Katzen samt Nachwuchs

Hauptsächlich landen streunende Katzen bei der Tieroase - nicht selten samt Nachwuchs. "Es ist schwierig, verwilderte Hauskatzen wieder handzahm zu kriegen", erklärt Braun. Meist gebe es nur für die jungen Stubentiger eine Chance auf Vermittlung. Eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen ist es, was sich Carmen Braun wünscht. Nur so kann die Zahl der Streuner reduziert werden. Jede Katze, die der Verein kastrieren lässt, verursacht Kosten. Die Tieroase ThoMa bekommt von der Gemeinde Tholey im Jahr 1000 Euro, von der Gemeinde Marpingen jährlich 500 Euro. Darüber hinaus finanziert sich der Verein durch Spenden.

"Ein Tierheim hat Öffnungszeiten, wir Tierschutzvereine sind rund um die Uhr erreichbar", sagt Braun. Wenn ein Tier in Not ist, wird gehandelt. Da schaue keiner auf die Uhr. Braun erinnert sich daran, dass sie einmal ein Tierarzt angerufen hat, weil er einen Pudel einschläfern sollte. Die Tierschützerin hat sich sofort ins Auto gesetzt und den Hund gerettet. "Wir haben ihn dann gut vermittelt", sagt Braun lächelnd.

Seit einem Jahr unterstützt die Tieroase private Tierschützer in Rumänien. Der Kontakt sei über Facebook entstanden. Regelmäßig bekommt der Tierschutzverein Fotos von Hunden aus Rumänien. "Die schauen einem bis ins Herz", sagt Braun, und so habe man sich zu der Hilfe entschlossen. Einmal im Monat kommen zwischen drei und sechs Welpen aus Rumänien ins Saarland und werden auf die Pflegestellen verteilt. "Das sind außergewöhnliche Hunde", schwärmt Braun. Sie ist sich bewusst, dass es Kritiker gibt, die nicht verstehen können, warum sie Hunde aus Rumänien retten. Aber wenn man die Zustände da kennt, müsse man einfach helfen.

Ehe ein Tier von der Tieroase vermittelt wird, gibt es ausführliche Vorgespräche. Die Tierschützer möchten wissen, wie die Vierbeiner später leben werden. Bei Hunden gibt es einen Kennenlerntermin, bei dem die zukünftigen Besitzer mit dem Tier spazieren gehen. Außerdem besuchen die Tierschützer die potenziellen Hundehalter auch in den eigenen vier Wänden. "Wir machen alles, damit es den Tieren gut geht", sagt Braun. Auch nach der Vermittlung stehe der Verein mit Rat und Tat zur Seite.

Wer die Arbeit der Tieroase ThoMa unterstützen möchte, kann Geld spenden bei der

Volksbank St. Wendel, Konto-Nr. 22 11 04 62, BLZ: 592 910 00.

tieroase-thoma.org

AUF EINEN BLICK

Diese Tiere der Tieroase ThoMa suchen ein Zuhause: Mischling Jack ist im Juni 2012 geboren. Er litt unter Hüftgelenksdysplasie und wurde operiert. Derzeit lebt er in einer Pflegestelle und bekommt Physiotherapie. "Der Arzt sagt, dass Jack ein normales Leben führen kann", sagt Carmen Braun. Sie wünscht sich für Jack Besitzer, die gerne spazieren gehen.

Kater Hubo

Kater Hubo ´(10) wurde zurückgelassen, als seine Familie umgezogen ist. Er ist auf einem Auge blind und bekommt Medizin fürs Herz. Braun hat für ihn einen Platz auf einem Gnadenhof organisiert. Sie wünscht sich für Hubo einen Paten oder ein gemütliches Zuhause. evy