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Eine Million Euro für zwei neue Kinosäle

Eine Million Euro für zwei neue Kinosäle

Bous. Nur noch fünf Kinos gibt es im Landkreis Saarlouis. Eines davon ist das Thalia in Bous. Um dieses Traditionskino von 1957 weiterführen zu können, wird nun eine Erweiterung notwendig. "Wir müssen das machen", sagte Besitzer Peter Martin der SZ, "sonst gibt es in zehn Jahren kein Kino mehr in Bous"

Bous. Nur noch fünf Kinos gibt es im Landkreis Saarlouis. Eines davon ist das Thalia in Bous. Um dieses Traditionskino von 1957 weiterführen zu können, wird nun eine Erweiterung notwendig. "Wir müssen das machen", sagte Besitzer Peter Martin der SZ, "sonst gibt es in zehn Jahren kein Kino mehr in Bous". Denn inzwischen stellten Filmverleiher Bedingungen, die mit nur einem Saal schwer zu erfüllen seien.

"Startet ein Film bundesweit, bekommen wir den oftmals nur, wenn wir ihn wochenlang spielen." Dann könnten im Thalia kaum noch andere Filme laufen. Aber die Familie Martin will das vielfältige Programm fortführen. Mit Kinderfilmen, Familienkino und Filmen, die sonst kaum vorgeführt werden. Auch die Reihe "Rollenwechsel - Kirche im Kino" in Zusammenarbeit mit Bistum und KEB soll weiterlaufen.

"Das geht alles nur, wenn wir zusätzlichen Platz haben, um unser Programm flexibler gestalten zu können", sagte Martin. Günstig wäre deshalb schon ein Baubeginn in diesem Sommer. Daran hingen auch Zusagen für Fördermittel. Denn letztlich investiere er für die geplante Erweiterung etwa eine Million Euro.

Spätestens seit 1924 steht die Familie Martin in Bous für großes Kino. 1957 etablierte sich das Thalia in der Bahnhofstraße. Heute ist es ein Aushängeschild für Bous. Mit großem Kinosaal im Flair der 70er Jahre für 141 Zuschauer, mit elf Meter breiter Leinwand und Service bis zum Kinosessel. Doch das allein reicht nicht mehr, um in der künftigen Kinolandschaft zu bestehen.

Deshalb ist links vom Thalia die Erweiterung vorgesehen. Dort käme ein Saal mit bis zu 120 Plätzen hin und ein kleinerer mit 60. Etwa acht Meter hoch wäre der Kinobereich, 26 Meter lang und elf breit. Eine Etage höher ist ein Gesellschaftsraum geplant, für Treffen und Gespräche nach den Aufführungen.

Im Innern des Thalias würde die bestehende Theke nach beiden Seiten verlängert, erklärte Martin. Insgesamt wäre sie dann rund doppelt so lang wie heute. Und "alles behindertengerecht", betonte er für das dann fast doppelt so große Thalia.

Links vom Thalia-Kino Bous soll die geplante Kino-Erweiterung in einer Baulücke errichtet werden. Foto: Johannes A. Bodwing

Modern, aber abgestimmt auf die Bebauung im Umfeld werde der Anbau, stellte Architektin Claudia Thiel dar. Ein großes Fensterband lockere die neue Fassade auf. Mit zwei Stockwerken werde es auch nicht zu wuchtig. Denn die Erweiterung läge zum großen Teil unter dem Niveau der Saarbrücker Straße. Dort, wo sich ein schmaler Parkplatz befindet. Der Platz ist Eigentum der Gemeinde und hat rund 15 Stellflächen. Er ist nicht asphaltiert und vom Augenschein her eher ein Provisorium. Als Ersatz seien 32 neue Parkplätze am Bouser Bahnhof möglich, erklärte Bürgermeister Stefan Louis auf Anfrage. Seit einigen Monaten befasse sich der Bauausschuss mit der Kino-Erweiterung. Nach den Osterferien berate der Ausschuss über den Verkauf des Grundstückes, sagte Louis.