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Eine Chance für junge Ingenieure aus Barcelona

Eine Chance für junge Ingenieure aus Barcelona

In Spanien, ihrem Heimatland, herrscht Rekordarbeitslosigkeit. Das Stipendium der Blieskasteler Peter-und-Luise-Hager-Stiftung lässt die Maschinenbau-Absolventen auf eine Karriere in Deutschland hoffen.

. Vor der schweren saarländischen Küche haben sie noch etwas Respekt ("erstmal zum Italiener"), ansonsten aber lassen die Spanier Laura Fernández Naranjo (26) und Marc Góngora Rodríguez (25) aus Barcelona nichts über das Bundesland kommen. Die beiden haben in Barcelona Industrial Engineering, also Maschinenbau, studiert. Ihre Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt sind trotz guter Noten ernüchternd gering. "Die Arbeitslosenrate bei den 18- bis 25-Jährigen beträgt bei uns 56 Prozent", erklärt Rodríguez in passablem Deutsch, das er sich bereits in der Heimat in Sprachkursen aneignete. Dank eines Stipendiums der Blieskasteler Peter-und-Luise-Hager-Stiftung, die Projekte zur Förderung von Wissenschaft und Forschung unterstützt und initiiert, kamen die jungen Ingenieure in den Genuss eines halbjährigen Aufenthaltes an der Saar. Seit 1. Juli arbeiten sie als Praktikanten in der Saarbrücker Niederlassung des Ingenieur-Dienstleisters Ferchau, der am Standort 150 Personen beschäftigt.

"Die Situation hier ist perfekt für uns", schwärmt Laura Fernández Naranjo und meint damit nicht nur die Atmosphäre am Arbeitsplatz. Für sie bietet der Aufenthalt in einem Land, das Ingenieure sucht, die große Chance auf eine Karriere. Nicht dass die beiden Stipendiaten der Heimat für immer den Rücken kehren möchten, sie können sich aber gut vorstellen, vor der Familiengründungsphase ihre ersten fünf Berufsjahre in Deutschland zu verbringen.

Für das Unternehmen Ferchau, das seine Praktikanten-bezahlt, habe die Anstellung von Auslandspraktikanten "keinen kommerziellen Hintergrund", wie der stellvertretende Niederlassungsleiter Frank Dörr sagt. Das Unternehmen engagiere sich in erster Linie für die Hager-Stiftung. Dörr freue sich natürlich aber auch, wenn auf diese Weise Ingenieur-Nachwuchs herangebildet werde.