Eine Ära ist zu Ende

Saarbrücken. Der Name Thorsten Scherer ist mit dem Football-Verein Saarland Hurricanes untrennbar verbunden. Scherer war als Spieler der Dillingen Stealhawks bei der Fusion mit den Saarbrücker Wölfen zu den Saarland Hurricanes 1997 von Anfang an dabei. Nun ist für den langjährigen Cheftrainer Schluss

Saarbrücken. Der Name Thorsten Scherer ist mit dem Football-Verein Saarland Hurricanes untrennbar verbunden. Scherer war als Spieler der Dillingen Stealhawks bei der Fusion mit den Saarbrücker Wölfen zu den Saarland Hurricanes 1997 von Anfang an dabei. Nun ist für den langjährigen Cheftrainer Schluss. Der 36-Jährige gab nach dem letzten Saisonspiel, als die "Canes" durch ein 40:14 gegen die Rhein-Neckar Bandits den Klassenverbleib in der Bundesliga Süd sicherten, seinen Rückzug bekannt (wir berichteten). Er brauche eine kreative Pause von einem Jahr, sagte Scherer. In welcher Funktion er danach zu den "Canes" zurückkehren wird, ist offen."In so kurzer Zeit können wir noch keinen Nachfolger parat haben. Cheftrainer wachsen in unserem Sport in Deutschland nicht auf den Bäumen. Aus den eigenen Reihen wird es sicher keine Lösung mehr geben", sagt Clubpräsident Tobias Bagusche. Mitte Oktober sei eine Mannschaftssitzung geplant. "Wir hoffen, dass wir dann schon konkreter werden können. Die Mannschaft benötigt dringend eine Perspektive", erklärt Bagusche, der Scherer "gar nicht genug danken" kann und seinen Schritt versteht: "Die vergangenen beiden Jahre waren für unsere Trainer sehr intensiv und nervenaufreibend. Ich kann Thorstens Entscheidung nachvollziehen, zumal er im Sommer zum ersten Mal Vater geworden ist."

Nach dem Aufstieg in das Oberhaus 2010 musste Scherer mit seiner Mannschaft zwei Mal um den Klassenverbleib kämpfen - dazu kam der jahrelange Kampf um ein eigenes Trainingsgelände, der sich 2011 mit einen Football-Kunstrasenplatz auf dem Matzenberg auszahlte.

Die Entscheidung, die Scherer der Mannschaft nach dem letzten Saisonspiel mitteilte, fiel dem beliebten Trainer nicht leicht - und sorgte für die eine oder andere Träne bei "seinen" starken Männern: "Die Erfüllung, die ich in dem gesehen habe, was ich mache, habe ich in den vergangenen anderthalb Jahren nicht mehr so gesehen", versucht Scherer zu erklären - und er ergänzt nahezu erleichtert: "Jetzt kann ich mal durchatmen, mich zurücklehnen und meine Energie meiner Familie widmen."

Schon zu Beginn der Bundesliga-Saison spielte Scherer mit dem Gedanken, aufzuhören. Mitte der Spielzeit wurde aus dem Gedankenspiel eine Entscheidung. Was genau ihm die Erfüllung nahm, kann der Gymnasiallehrer für Sport und Englisch nur schwer konkretisieren: "Es sind viele Sachen zusammengekommen und dabei mehr emotionale als logische Gründe", sagt er und ergänzt: "Es gibt Probleme, die immer wieder auftreten. Zum Beispiel stört es, dass wir personell nicht stark besetzt sind. Auch, dass die Unterstützung innerhalb der Mannschaft nicht immer so ist, wie wir es gerne hätten." Das größte Manko allerdings sei, dass "wir nicht überall die Möglichkeit haben, Leistungssport-orientiert zu denken". Es fehle die Möglichkeit, Professionalität auszuleben. Dass man dies auch an einem kleinen Football-Standort wie dem Saarland durchaus könnte, beweise das Beispiel des deutschen Meisters Schwäbisch Hall Unicorns. Auch hätte man in Saarbrücken die dafür nötigen talentierten Nachwuchsspieler, erklärt Scherer.

saarland-hurricanes.com

Foto: ruppenthal

"Es gibt Probleme, die immer wieder auftreten."

Thorsten Scherer, der als Trainer

der Hurricanes aufgehört hat