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Einbruchsopfer erkennen gestohlenen Schmuck

Einbruchsopfer erkennen gestohlenen Schmuck

Allein der Umfang des Diebesgutes überraschte am Sonntag im Sitzungssaal des Dillinger Rathauses. Rund 900 Schmuckstücke und Uhren waren hinter einer Absperrkette auf 28 schwarz bezogenen Platten festgepinnt. Dazu kamen um die 50 Einzelteile, wie Laptops, Tablets und Smartphones.

"Das ist es - mein Armband". Eine ältere Frau stand am Morgen vor einer der schwarzen Platten. Breit und goldglänzend lag dort das einzelne Schmuckstück aus einem Diebstahl aus dem Jahr 2016. "An meinem Hochzeitstag war das", berichtete die Frau, die wie viele Betroffene nicht noch mit Namen in der Öffentlichkeit stehen möchte. "Die haben mir den ganzen Schmuck geklaut. Und vieles fehlt noch." Später nahm ein Sachbearbeiter der "Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch" das wieder gefundene Objekt und die Daten der bestohlenen Frau auf. Die Spezialisten der "Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch", EG, arbeiten seit Januar 2013 vom Stützpunkt in Dillingen aus. Zum dritten Mal präsentierten sie von 10 bis 17 Uhr Diebesgut aus dem Vorjahr. Alles Beute organisierter Banden, die zum Teil auch außerhalb des Saarlandes aufgefunden wurde. Bis Sonntagmittag hatten sich etwa 200 Personen freiwillig in Listen eintragen lassen. Anschließend suchten sie nach Stücken aus ihrem Besitz. Auf um die 500 Besucher wurde die Gesamtzahl bis 17 Uhr geschätzt.

Erkenne jemand Gegenstände als sein Eigentum, "dann wird nochmal in das Verfahren reingeschaut", sagte ein Mitarbeiter der EG. "Ein entsprechender Bericht geht an die Staatsanwaltschaft." Wichtig sei, dass der Besitzer sein Eigentum auch belegen könne. "Da kann eine Gravur hilfreich sein, andere individuelle Merkmale und Fotos." Sollte der Beweis nicht möglich sein, kommt das Stück in die Asservatenkammer. Eventuell wird es auch später öffentlich versteigert. "Bei uns war es im Oktober 2015", teilte ein junges Paar mit. Bei diesem Einbruch war auch eine Uhr gestohlen worden, die sie nun wieder erkannten. "Ein Erbstück. Das war in Dortmund aufgetaucht."

"Man hofft, dass man noch was findet", schilderte ein anderes Paar seine Erwartungen. "Sonst käme man ja gar nicht her." Bei ihnen liegt es eineinhalb Jahre zurück, dass Einbrecher die Wohnung ausgeräumt hatten. Dabei verschwanden viele Erbstücke. Nach solchen belastenden Ereignissen beginnt für viele Betroffene auch das Problem, die gestohlenen Objekte gegenüber Polizei und Versicherung nachzuweisen. "Man muss alles vorher fotografieren", riet eine Frau, die es vor rund vier Jahren getroffen hatte. "Und dann auf DVD sichern. Aber nicht im Haus aufbewahren, denn falls es mal brennt, ist das womöglich auch weg."