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Ein Stück Dillingen unterm Bosporus

Ein Stück Dillingen unterm Bosporus

Europa und Asien sollen sich ein Stück weit näher sein, ein Tunnel unter dem Bosporus spart Reisenden Zeit. Geschaffen hat ihn ein Bohrer, der Teile aus Dillingen in sich trägt. Mit ihnen hat er unter dem Meer seine gewaltige Arbeit verrichtet. Das Terrain, in dem er sich drehte, war nicht einfach.

100 Meter unterhalb des Bosporus sollen ab Ende 2016 täglich 100 000 Autos von Europa nach Asien und zurück fahren. Damit verkürzt sich die Fahrt zwischen den zwei Seiten Istanbuls von heute 100 auf nur noch wenige Minuten. Die Verkehrsbelastung - und der CO{-2} Ausstoß - reduzieren sich deutlich. Für die unterirdische Verbindung zwischen Europa und Asien sorgt eine Tunnelbohrmaschine, die zu großen Teilen aus Dillinger Grobblechen besteht.

Tiefste Stelle bei 106 Metern

Nach 16 Monaten unter der Meerenge markiert das Auftauchen des Bohrriesen mit einem Durchmesser von 13,7 Metern neue Machbarkeits-Standards im Tunnelbau: An der tiefsten Stelle, 106 Meter unterhalb des Bosporus, drücken 11 bar Wasserdruck auf die Tunnelbohrmaschine. Der schwierige Untergrund verschleißt die Werkzeuge zudem sehr schnell. Hierfür bedurfte es diverser Sicherheitseinrichtungen: Dank eines von der Rückseite begehbaren Schneidrads und mit Hilfe spezieller Schleusensysteme konnten die Werkzeuge unter atmosphärischem Druck sicher ausgetauscht werden.

Die AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) lieferte für dieses Projekt über 1000 Tonnen Grobblech verschiedener Stahlbaugüten. Dabei sorgt die Reinheit des Stahls für ein sicheres und verlässliches Verarbeiten in den Schweißkonstruktionen der Maschine. Die Lieferung der Grobbleche in 2012 und 2013 erfolgte mit sehr kurzen Lieferzeiten, die genau in das Fertigungsschema eingetaktet werden mussten - der Dillinger Beitrag zum termingerechten Durchbruch am 22. August 2015.

dillinger.de