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Ein Fest für den Heiligen Paolino

Ein Fest für den Heiligen Paolino

Dillingen. San Paolino, der Schutzheilige Suteras, der Partnergemeinde Dillingens, zieht in der schon zur Tradition gewordenen Paolino-Prozession am Samstag, 1. Mai, wieder von der Pachtener Pfarrkirche in den Saardom

Dillingen. San Paolino, der Schutzheilige Suteras, der Partnergemeinde Dillingens, zieht in der schon zur Tradition gewordenen Paolino-Prozession am Samstag, 1. Mai, wieder von der Pachtener Pfarrkirche in den Saardom. Doch wer ist eigentlich dieser Heilige? Das erzählt Paolino Noto, der Vorsitzende des "Comitato San Paolino", das für die Organisation des Festes verantwortlich ist.Früher Tod des SohnesPaolino di Nola, der spätere Heilige, war der Spross einer reichen römischen Senatorenfamilie, Statthalter einer süditalienischen Provinz, Schriftsteller und Kunstmäzen. Nach dem frühen Tod seines Sohnes wandte sich der spätere Heilige jedoch gemeinsam mit seiner Frau einem Leben in Askese zu. Um das Jahr 410 wurde Paulinus zum Bischof von Nola gewählt. Der neue Bischof war beim Volk überaus beliebt, sorgte sich um die Armen und linderte die durch den Einfall der Westgoten unter Alarich entstandene Not. Auch heute noch feiern die Einwohner von Nola ihren volksnahen Bischof mit einem alljährlich wiederkehrenden Fest. Seit dem 14. Jahrhundert wird Paolino di Nola im sizilianischen Sutera als Schutzheiliger des Ortes verehrt. Eine Reliquie des Heiligen befindet sich dort. Auch in Sutera gibt es jedes Jahr eine "Festa di San Paolino". Als dann eine Delegation aus Sutera im Jahr 1981 Dillingen besucht hat, haben sie ein Geschenk für ihre ehemaligen Mitbürger mitgebracht - eine fast lebensgroße Statue des heiligen Paolino, die in Absprache mit Prälat Warnfried Bartmann im rechten Eingang des Saardoms einen festen Platz gefunden hat. Seit 1982 feiert man so nun auch in Dillingen an jedem ersten Sonntag im Mai eine "Festa di San Paolino" - ein fröhliches, zwei Tage lang andauerndes sizilianisches Volksfest an dem des Heiligen gedacht wird. Höhepunkt des Festes ist eine Prozession durch die Stadt. Rund 800 Suteresi leben in Dillingen und Umgebung, schätzt Paolino Noto. "Für sie ist die Festa ein Stück Heimat."Fest beginnt mit MesseDie Feier um den Schutzheiligen beginnt am Samstag um 18 Uhr mit einer zweisprachigen Messe in der Pachtener Pfarrkirche. Ab 19.30 Uhr wird mit einem Tanzabend in der Römerhalle bei Livemusik der Band Mareluna weitergefeiert. Der Eintritt ist frei. Am Sonntagnachmittag um 15 Uhr wird dann die 75 Kilogramm schwere Statue des Heiligen in einer feierlichen Prozession von St. Maximin in den Saardom gebracht. Paolino Noto rechnet mit etwa 300 Gläubigen, die der Prozession folgen werden. Dabei sind übrigens auch Gäste, beispielsweise der Bürgermeister von Sutera mit einer Delegation, Gäste aus dem englischen Broxbourne, und der Schwarzenholzer Musikverein Da Capo. Die Tradition gebietet es, dass die Gläubigen der Statue Geldscheine anheften, und so der Gesinnung des Paulino von Nola nacheifern, den Armen zu helfen. Der Reinerlös der "Festa" fließt einem guten Zweck zu. Die Messe im Saardom liest der Trierer Prälat Franz Josef Gebert. Danach wird davor gefeiert mit Musik von "I Santi Picciotti" und italienischen Spezialitäten.