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Fußball-Oberliga
Ein Abschied mit viel Wehmut

Urgestein: Kapitän Toni Jakic (links im Laufduell mit Wiesbachs Tobias Zöllner) wird den FV Diefflen am Saison-Ende nach acht Jahren verlassen. Grund ist seine Ausbildung, wegen der er keine Auswärtsspiele machen könnte.
Urgestein: Kapitän Toni Jakic (links im Laufduell mit Wiesbachs Tobias Zöllner) wird den FV Diefflen am Saison-Ende nach acht Jahren verlassen. Grund ist seine Ausbildung, wegen der er keine Auswärtsspiele machen könnte. FOTO: Kerosino / Achim Thiel
Diefflen. Fußball-Oberligist FV Diefflen empfängt an diesem Samstag Rot-Weiß Koblenz. Für FV-Kapitän Toni Jakic wird es eines der letzten Heimspiele im Dieffler Trikot sein. Von Philipp Semmler

Zwei der dienstältesten Spieler gehen beim FV Diefflen am Saison-Ende von Bord: Neben Dominic Selvaggio (wird Spielertrainer bei den SF Hostenbach, wir berichteten) wird auch Kapitän Toni Jakic den Fußball-Oberligisten am Runden-Ende verlassen. Dies bestätigte der 25-Jährige vor dem Heimspiel seines FV an diesem Samstag gegen Rot-Weiß Koblenz auf SZ-Nachfrage.


„Ich fühle mich hier zwar sehr wohl – und auch viele meiner Kumpels spielen hier, aber aus beruflichen Gründen ist es mir kommende Runde leider nicht mehr möglich, in der Oberliga zu spielen“, erklärte der aus Fraulautern stammende Innenverteidiger, der seit acht Jahren das Dieffler Trikot trägt.

Im Oktober wird der Bankkaufmann nämlich eine Weiterbildung zum Sparkassenfachwirt beginnen – und dafür muss er jeden Samstag die Schulbank drücken.

„Bei den Auswärtsspielen könnte ich dann nicht dabei sein. Auf meiner Position bringt es dann nichts, weiter in Diefflen zu bleiben. Die Innenverteidiger wechselt man ja nicht in jedem Spiel“, sagt der 25-Jährige. „Deshalb habe ich mich schweren Herzens entschieden zu gehen, auch wenn es mir sehr schwer fällt.“

Für welchen Club Jakic kommende Saison auflaufen wird, steht noch nicht endgültig fest. Es wird jedoch ein Verein aus einer tieferen Liga sein. „Zu Auswärtsspielen im Saarland schaffe ich es auch während der Fortbildung noch. Meistens ist da um 14 Uhr Schluss“, erklärt der Defensiv-Akteur.



Bevor er geht, hat Jakic mit dem FV aber noch hohe Ziele. „Wir spielen bis zum Saison-Ende gegen viele Gegner, die hinter uns stehen. Da wollen wir noch ordentlich punkten.“ Nachdem Diefflen bei 16 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge den Ligaverbleib so gut wie in trocke­nen Tüchern hat, kann der Tabellen-Achte in den letzten acht Liga-Partien befreit aufspielen.

„Vielleicht gelingt es uns ja noch, der zweitbeste Saar-Verein hinter dem FC Homburg zu werden“, hofft Jakic. Aktuell liegen da allerdings noch zwei Clubs vor dem FV: der FC Wiesbach als Tabellen-Fünfter und der FSV Jägersburg als Sechster. Beide sind aber noch in Schlagdistanz: Wiesbach hat drei Zähler mehr als Diefflen, Jägersburg sogar nur zwei.

Und auch ein persönliches Ziel hat Jakic noch bis zu seinem Abschied im Sommer: „Ich will noch einmal alles dafür geben, mir wieder einen Stammplatz zu erkämpfen“, sagt der 25-Jährige. Nachdem er in den vergangenen Jahren aus der ersten Elf kaum wegzudenken war, musste er in dieser Saison des öfteren auch mal auf der Bank Platz nehmen.

Seit der Winterpause setzt FV-Trainer Thomas Hofer auf Lukas Latz und Yacine Baizidi als Stamm-Innenverteidiger. Mit der Bank will sich Jakic aber trotz seines nahenden Abschiedes nicht zufrieden geben: „Ich werde im Training weiter Gas geben, um noch so viele Einsatzminuten wie möglich zu bekommen“, kündigt der Verteidiger an.