Drei Kandidaten stellen sich Podiumsdiskussion zur Wahl in Dillingen

Bürgermeisterwahl : Frischer Wind, Spaß, Menschen im Blick

Dillinger Bürgermeister-Kandidaten Franz-Josef Berg, Sylvia Hoffmann und Helge Lorenz stellten sich dem Publikum.

Folgt nach 15 Jahren mit Franz-Josef Berg an der Verwaltungsspitze in Dillingen ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin? Oder startet Berg nach der Wahl am Sonntag, 26. Mai, in eine dritte, aber aus Altersgründen nur sechsjährige Amtszeit?

Von den drei Bewerbern um das Bürgermeisteramt in Dillingen, neben CDU-Kandidat Berg Sylvia Hoffmann von der SPD und Helge Lorenz von der FDP, konnten sich die Bürger am Donnerstagabend in der Stadthalle selbst ein Bild machen. Über 200 Zuhörer verfolgten die Diskussionsrunde, veranstaltet von der SZ und der Stadt Dillingen, moderiert von SZ-Regionalleiter Mathias Winters.

Die zwei Männer und die Frau in der Runde stellten sich zunächst kurz vor: Der 62-jährige Berg, geboren und aufgewachsen in Pachten, „früh engagiert im kirchlichen und musikalischen Bereich“, hat „bis auf den Wehrdienst“ sein ganzes Leben in Dillingen verbracht. Nach dem Studium in Saarbrücken zum Realschullehrer arbeitete er später in der Erwachsenenbildung und wurde schließlich „von Peter Müller in die Landesgeschäftsstelle der CDU geholt“. 1999 zog er in den Landtag ein, stellte sich 2003 zur Wahl als Bürgermeister und gewann, die Wahl 2011 gewann Berg wiederum. Der „leidenschaftliche Kommunalpolitiker“ zeigte sich kampfbereit: „Ich will’s nochmal wissen und hoffe, die Dillinger wählen mich zum dritten Mal zu ihrem Bürgermeister.“ Denn sein Hobby sei zum Job geworden, „und der Job macht mir einfach Spaß“.

Die 58-jährige Hoffmann, Diplom-Verwaltungswirtin, lebt seit gut 26 Jahren in Dillingen, sie hat zwei erwachsene Töchter und eine Enkelin. Bei der Stadtverwaltung Saarbrücken hat sie lange Jahre im Sozialamt gearbeitet, später im Jugendamt und ist nun im Amt für Kinder und Bildung.

Seit 2014 sitzt Hoffmann im Stadtrat und leitet den SPD-Ortsverband Innenstadt. Viele Gespräche mit den Bürgern „und dass sich für mich selbst in Dillingen vieles zum Negativen entwickelt hat“, hätten sie bewegt, zu kandidieren und „damit die Menschen in der Stadt wieder in den Mittelpunkt zu stellen“.

Der 29-jährige Lorenz ist „Dillinger seit dem ersten Tag“; nach dem Abitur am Albert-Schweizer-Gymnasium leistete er seinen Zivildienst im Kindergarten Pachten, studierte zunächst in Trier und nun in Bochum, wo er „kurz vor Abschluss seines juristischen Studiums“ steht. Er ist in einigen Dillinger Vereinen aktiv, als Musiker ebenso und spielt gern Theater.

Seit 2012 ist er Vorsitzender der FDP Dillingen und beteiligt sich am politischen Diskurs. Mit seiner Kandidatur möchte Lorenz „frischen Wind hereinbringen“ und „ein Zeichen setzen“, zum einen dagegen, „dass es von rechts und links immer lauter wird“, zum zweiten, „dass es auch Kandidaten jenseits von CDU und SPD gibt“, denn zum ersten Mal treten bei einer Bürgermeisterwahl in Dillingen mehr als zwei Bewerber an.

Ihre unterschiedlichen Vorstellungen zur Situation und Entwicklung der Dillinger Innenstadt, zur Umwandlung der Polizeiinspektion, sozialen Angeboten und dem Wohnungsmarkt sowie Ideen für die Stadtteile Diefflen und Pachten stellten die drei Kandidaten, unter zurückhaltender Beteiligung des Publikums, gut zwei Stunden lang vor.

Mehr von Saarbrücker Zeitung