Dr. Hans Schales besuchte die Lions in Dillingen

Lions Dillingen : In der Heimat um Danke zu sagen

Dr. Hans Schales war auf Kurzbesuch beim Lions-Club in Dillingen und freute sich über eine Spende.

Kaum hat Dr. Hans Schales im Gästehaus der Dillinger Hütte im Foyer Platz genommen, kommt ein Gast auf ihn zu. „Herr Dr. Schales! Sie haben meine drei Kinder zur Welt gebracht“, sagt der Mann, der den ehemaligen Gynäkologen aus dem St.-Josef-Krankenhaus in Dudweiler wiedererkennt. „So ergeht es ihm nicht nur hier in seiner alten Heimat, dem Saarland, sondern auch in seiner zweiten Heimat, in Bulawayo in Simbabwe“, verrät Myriam Scherer, Ex-Präsidentin des Lions-Clubs in Dillingen. „Wo man mit Hans auch hinkommt, die Leute kommen auf ihn zu, fragen, wenn sie Schmerzen haben, wollen ihm aber vor allem Danke sagen“, erzählt sie.

Mit einem großen Dankeschön ist auch Schales aus Afrika ins Saarland zum Kurzbesuch gekommen. Auch wenn seine gesamte Familie in Deutschland lebt, ist für ihn Afrika und vor allem das Afrika-Projekt zum Lebensinhalt geworden. „Als ich damals weggegangen bin, konnte ich ja nicht wissen, wie sich das alles entwickelt. Doch ich hatte die volle Rückendeckung meiner Kinder“, erinnert er sich.

Bis heute steht die Familie hinter Schales, dazu kamen immer mehr Menschen, insbesondere im Saarland, die sich von seiner Arbeit überzeugen ließen. So wie Myriam Scherer. „Ich habe anlässlich meines Geburtstages Geld gesammelt für das Afrika-Projekt. Als ich das Hans übergeben hatte, gab es eine Einladung nach Afrika“, erzählt sie. Und die hat sie angenommen, ist eingetaucht in die Welt, in der Schales im St. Lukes Hospital unter ärmsten Bedingungen arbeitet. „Man kann sich diese Armut nicht vorstellen, unter der die Menschen dort leben“, erzählt sie. Und so war es für sie in ihrem Präsidentenjahr bei den Lions keine Frage, Dr. Schales unter dem Motto „Hilfe für Afrika“ zu unterstützen. Zahlreiche Projekte des Lions-Clubs Dillingen sorgten für ein großes Spendenaufkommen.

„Wenn man eine so große Unterstützung erfährt, dann muss man schon persönlich Danke sagen“, erzählt der inzwischen 81 Jahre alte Mediziner. Die Spendengelder der Dillinger Löwen kamen aus verschiedenen Aktionen, am Ende stand die stolze Summe von 22 222 Euro. Der „Löwen-Container“, ursprünglich für medizinisches Gerät für einen Operationssaal bestimmt, wurde zusätzlich mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs randvoll gepackt und auf die Reise nach Simbabwe geschickt.

Für Dr. Schales ein großes Glück. „Jetzt hoffen wir alle, dass die Sachen auch gut an ihrem Ziel ankommen“, sagt Scherer. „Die Lage ist aktuell deutlich schlechter geworden in dem Land, es gibt Unruhen, die neue Regierung hat eine eigene Währung eingeführt, alles ist noch viel teurer geworden“, lässt Dr. Hans Schales nicht unerwähnt.

Doch all das kann ihn nicht daran hindern, Pläne für die Zukunft zu schmieden. „Wir haben viele Jahre eine falsche Entwicklungshilfe betrieben. Wir setzen jetzt stark auf Bildung, haben 16 Schulen für 6000 Kinder gebaut. Wir wollen die Kinder dazu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Da hilft Bildung ganz besonders, sagt er.

Medikamente, die Aidskranken helfen, gibt es Dank des Afrika-Projektes kostenlos in Simbabwe. „Nun verfolge ich die Idee, dass wir die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs kostenlos machen können. Dann sind wir wieder ein Stück weiter in der Gesundheitsvorsorge“, sagt er.

Für die Dillingen Löwen gab es am Donnerstagabend einen spannenden Einblick in die Arbeit des Arztes. Myriam Scherer nutzte die Gelegenheit, sich bei den Metzger-Kollegen, vor allem bei der Familie Meiers-Gluding aus Pachten zu bedanken. „Dort konnten wir unentgeltlich über ein Jahr lang den Container-Inhalt sammeln und lagern.“

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