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Ausstellung
Farben wie ungemischte Gefühle

Einige der Werke von Dorothee Reichert zeigen, ganz nach Manier der Pop Art, verfremdete Gesichter.
Einige der Werke von Dorothee Reichert zeigen, ganz nach Manier der Pop Art, verfremdete Gesichter. FOTO: Gerhard Alt / KEB/ G. Alt
DILLINGEN. In der Galerie im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus der KEB stellt Dorothee Reichert unter dem Titel „Wortlos. Mit Farbe und Form“ 39 hauptsächlich großformatige Gemälde in Acryl und Mischtechnik aus. Von Nicole Bastong

Es könnten Nester sein. Oder Rückzugswinkel zum Kuscheln. So ganz genau lässt sich nicht sagen, was auf den Bildern von Dorothee Reichert zu sehen ist. Sie sind ungegenständlich, nur auf einigen sind nach Pop Art verfremdete Gesichter zu sehen. Wer sich auf diese Bilder einlässt, kann viel hineininterpretieren oder sich begnügen mit der optischen Wirkung, die etwas Beruhigendes hat. In der Galerie der KEB stellt die Malerin aus Kell am See 39 Werke aus.


Darunter sind großformatige Gemälde, eines ist mit 2,60 mal 1,50 Meter besonders groß. „Durchlass“ lautet der Titel. Darauf sind Gebilde zu erkennen, die an Zäune, Hecken oder Verschläge erinnern, aber eben auch durchlässig sind. „Ich lasse mich von äußeren Ereignissen beeinflussen, mache mir meine Gedanken, und irgendwie entwickele ich dann Emotionen, die ich dann in meinen Bildern ausdrücke“, erklärte Reichert bei der Vernissage die Zusammenhänge. „Beim Betrachten der Bilder, bekommt man eine Ahnung davon, was die Künstlerin meinen könnte“, befand der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler bei der Begrüßung.

Die Gemälde von Reichert sind lebensfroh, wie die Musik und die Bildende Kunst des Barock; wie diese haben sie jedoch nicht nur helle, sondern auch dunkle Elemente, die an die Vergänglichkeit des Lebens gemahnen. So kommt das ganze Empfindsamkeitsspektrum buchstäblich ans Licht. Und bekanntlich machten sich die Impressionisten unter freiem Himmel auf die Suche des Lichts; Dorothee Reichert präsentiert zwar die Impressionen aus ihrer Introspektion, jedoch so, dass das Publikum, wie gesagt, ahnen kann, wie die verschiedenen hellen und dunklen Stimmungen miteinander verwoben sind. Ungemischte Farben sind auf diesen Bildern wie die ungemischten Gefühle im Leben: Fehlanzeige.



Es sind schöne Bilder. Reichert wehrt sich nicht – wie andere Künstler – gegen den Begriff „schön“. Und mit ihrer Ausstellung inszeniert sie – im Ganzen betrachtet – so etwas wie einen vielschichtigen, wohl abgestimmten Gesamteindruck. Sie trifft eine überzeugende gestalterische Form wie in jedem ihrer Bilder so auch in der Ausstellung insgesamt und – um wiederum die Musik zu bemühen -: eine wohltuende Farbmelodie. Die Ausstellung kann bei der KEB (Friedrich-Ebert-Straße 14) montags bis donnerstags von acht bis 16 Uhr und freitags von acht bis 13.30 Uhr besichtigt werden. Zur Finnisage führt die Künstlerin Dorothee Reichert am 13. April um 15 Uhr durch ihre Ausstellung.

Info und Anmeldung unter Telefon (0 68 31) 7 60 20.