Fußball: Dillinger macht in Dillingen Schluss

Fußball : Dillinger macht in Dillingen Schluss

Paukenschlag bei Fußball-Saarlandligist VfB Dillingen. Trainer Oliver Dillingen wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei den Hüttenstädtern nicht verlängern.

Das kommt überraschend: Oliver Dillinger wird sein Engagement als Trainer des Fußball-Saarlandligisten VfB Dillingen im Sommer 2018 beenden. Dillinger hatte das Amt bei den Hüttenstädtern im Frühjahr 2014 von Jean-Paul Wundrack übernommen und seitdem aus einem Abstiegskandidaten eine Spitzenmannschaft geformt.

Der Grund für den Rückzug: „Ich bin beruflich im Aufbau meiner Unternehmen und das ist zweitintensiv. Ich kann mich nicht teilen. Deshalb habe ich mich entschlossen, zumindest für ein Jahr eine Auszeit vom Fußball zu nehmen“, erklärt Dillinger. Der 40-Jährige ist Mitinhaber von drei Betrieben im Gastronomie-Bereich in Saarbrücken mit einer ganzen Reihe von Angestellten.

Die jüngste Krise beim VfB, der von den letzten neun Spielen nur eines gewann und dadurch von Rang eins auf Platz fünf abrutschte, spielte bei der Entscheidung des Trainers nach dessen Angaben keine Rolle. „Ich habe mit dem Gedanken auch schon gespielt, als die Ergebnisse noch gut waren“, stellt Dillinger klar.

Am Montag teilte der Trainer seinen Entschluss der Vereinsführung mit. „Wir waren überrascht“, gibt der VfB-Vorsitzende Josef Schya zu. „Es ist sehr schade, dass Oliver aufhört, weil er bei uns viel Gutes geleistet und etwas aufgebaut hat. Aber wir haben Verständnis dafür, dass ihm der Zeitaufwand zu groß geworden ist.“

Die Nachfolge an der Dillinger Papiermühle stehen aber auch schon fest. Die derzeitigen Assistenztrainer Benjamin Heinrichs (33) und Daniel Kiefer (23) werden in der kommenden Saison als gleichberechtigtes Trainergespann beim VfB arbeiten. Diese Lösung kam auf Anregung von Dillinger zustande. „Es ehrt Oliver, dass er uns nicht nur seine Entscheidung, aufzuhören vor den Latz geknallt hat, sondern gleichzeitig einen Vorschlag gemacht hat, wie es weitergehen könnte“, sagt Schya. Und dieser Vorschlag kam im Vorstand so gut an, dass direkt Nägel mit Köpfen gemacht wurden.

Im ersten Spiel nach dieser Kunde trifft der VfB an diesem Samstag um 15 Uhr zu Hause im Derby auf den FV Schwalbach. Gegen den Aufsteiger möchte Dillingen seine jüngste Negativserie beenden. Zuletzt blieb der Club fünf Mal in Folge ohne Sieg. In den letzten neun Partien gelang den Hüttenstädtern nur ein dreifacher Punktgewinn (2:0 bei der FSG Ottweiler-Steinbach).

Dabei hatte der VfB vor dieser schwarzen Serie einen Traumstart hingelegt. In den ersten neun Saisonspielen mussten die Schwarz-Weißen nur einmal den Platz als Verlierer verlassen. Phasenweise stand Dillingen sogar an der Tabellenspitze. Aber warum läuft es seitdem nicht mehr? Dillinger: „Damals ist ein richtiger Hype um uns entstanden. Wir wurden plötzlich von allen Seiten gelobt. Damit sind wir nicht so gut zurecht gekommen. Der Druck ist größer geworden und wir sind dadurch verkrampft.“

Von einer Krise will der 40-Jährige aber nicht sprechen. „Wenn man einen Strich unter die bisherigen Spiele macht, sind wir immer noch im Soll. Ich habe als Saisonziel einen Platz unter den ersten Fünf angegeben und wir sind Fünfter. Zudem war es die beste Vorrunde des Vereins seit mehr als 20 Jahren.“