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Stahl aus Dillingen
Dillinger Stahl, neues Wahrzeichen für Ulm wie das Münster

Foto: KREBS+KIEFER/Knight Architects
Foto: KREBS+KIEFER/Knight Architects FOTO: KREBS+KIEFER/Knight Architects
Dillingen/Ulm. 1750 Tonnen Grobbleche aus Dillingen kamen bei der Errichtung der neuen Kienlesbergbrücke in Ulm zum Einsatz.

Wenn an diesem Sonntag nach gut drei Jahren Bauzeit die Kienlesbergbrücke in Ulm für den Verkehr freigegeben wird, spielt Stahl von Dillinger erneut eine tragende Rolle: 1750 Tonnen Dillinger Grobbleche stecken in der elegant geschwungenen Brücke, die bei der Brückentaufe im September vom Bauherrn, Stadtwerke-Ulm-Verkehr-Geschäftsführer André Dillmann, „als potenzielle Konkurrenz fürs Ulmer Münster“ als Wahrzeichen bezeichnet wurde.


Die 270 Meter lange weiße Straßenbahn-, Fußgänger- und Fahrradfahrerbrücke ist wesentlicher Bestandteil des Ausbaus der Ulmer Straßenbahn. Sie führt über die hoch frequentierten Gleisanlagen des Ulmer Hauptbahnhofes hinweg und verbindet somit die Ulmer Innenstadt mit der nordwestlich gelegenen Wissenschaftsstadt. Ein besonderes Augenmerk wurde auf eine hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Radfahrer gerichtet. So sind in den Nischen des Fachwerks des Hauptträgers Sitzgelegenheiten integriert. Von der Brücke aus bietet sich ein imposanter Ausblick auf das Bahngelände und darüber hinweg auf die Altstadt, mit dem Ulmer Münster als weiterem Blickfang.

Aufgrund ihrer Lage im städtischen Umfeld sorgte die Brücke in der Planungs- und Realisierungsphase für großes Kopfzerbrechen. Dabei standen die Planer sowohl vor historischen als auch geographischen Herausforderungen: Die Architektur der neuen Brücke sollte mit den Bauwerken ihrer unmittelbaren Umgebung harmonieren, insbesondere mit der 1907 errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Neutorbrücke. Weiterhin hatten die Planer mit äußerst beschränkten Platzverhältnissen zu kämpfen. Dazu kam eine bauzeitliche Herausforderung, da die Brücke bei laufendem Bahnbetrieb gebaut werden musste. Die Lösung lautete: Stahl. Dieser ermöglicht eine so genannte Vorschublösung, bei der die Brückenauflage in einzelnen Segmenten vormontiert und diese schließlich Stück für Stück im so genannten Taktschiebeverfahren in ihre endgültige Position verschoben werden. So setzte sich die Kienlesbergbrücke aus etwa 60 Einzelelementen zusammen. Dabei stammt der Stahl größtenteils aus dem Saarland – Dillinger lieferte für die Brücke 1750 Tonnen Grobbleche mit einer Breite von bis zu 4,80 Meter.



Am Sonntag ist das anspruchsvolle Bauprojekt vollendet: Mit der Betriebsaufnahme der Straßenbahnlinie 2 startet nunmehr der offizielle Verkehr über die Brücke, und auch Fußgänger und Radfahrer können die Brücke nutzen.