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Krankenhäuser
„Dillingen ist auf dem besten Stand“

Das Krankenhaus Dillingen
Das Krankenhaus Dillingen FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Dillinger Klinikabteilungen Neurologie und Innere laut Träger „voll funktionsfähig“ Von Mathias Winters

„Gibt es euch noch?“ Diese Frage hat Dr. Bernhard Menges seit dem 23. August mehr als einmal gehört. Das war der Tag, an dem die Marienhaus-Gesellschaft das Aus des Dillinger Krankenhauses für Anfang 2019 verkündet hat. Seither hat Menges, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I an beiden Standorten des Marienhaus-Klinikums Saarlouis-Dillingen (MKSD), mit Unruhe und Verunsicherung zu tun. „Dafür gibt es keinen Grund“, versichert er. Mit der kaufmännischen Direktorin des MKSD, Ulla Herber-Meier, will er darlegen, dass es bis zum Umzug der Inneren und der Neurologie nach Saarlouis 2019 am Standort Dillingen in diesen Abteilungen keinerlei Abstriche geben werde.



Nach dem 23. August war gemutmaßt worden, dass die beiden verbliebenen Abteilungen in Dillingen nach und nach abgebaut würden. „Keineswegs“, sagt Menges. „Wir wollen das nicht, und wir könnten das auch gar nicht“, fügt Herber-Meier hinzu. Menges zählt auf: „Pflegerisch und ärztlich sind alle Stellen besetzt und bleiben auch besetzt. Apparativ und technisch sind beide Abteilungen auf dem neusten Stand.“ Mit den jüngsten Investitionen – „zum Beispiel auch mit Unterstützung unseres überaus engagierten Krankenhaus-Fördervereins“ – ist aus Sicht des Chefarztes „Dillingen absolut auf dem besten Stand. Wir haben keinen Anlass für Veränderungen.“

Die kaufmännische Direktorin bekräftigt das. Wo solle auch der Sinn liegen, an den eingespielten Strukturen oder auch Arbeitsteilungen zwischen Dillingen und Saarlouis etwas zu ändern, bevor am Standort Saarlouis alle Betten geschaffen sein werden? „Es gibt aktuell keinen qualitativen Unterschied, ob ein Patient in der Abteilung in Saarlouis oder in Dillingen behandelt wird, und das soll auch bis zum Umzug so bleiben.“

Wenn dann auch die Zahlen zurzeit noch so sind, wie gehabt, stellt sich dann nicht die Frage, warum überhaupt das Aus für den Standort Dillingen? „Es ist politisch so gewollt“, sagt Herber-Meier. Stichworte sind Marktorientierung oder Fallpauschalen. „Dezentrale Lösungen, das muss man sich immer wieder vor Augen führen, sind nun mal teurer“, sagt die kaufmännische Direktorin. Ein einfaches Beispiel bemüht sie dafür: die Pforte. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag – das bedeutet einiges an Personalkosten.

Und wie sieht es mit den Umbauten in Saarlouis aus? „In Arbeit“ trifft es ganz gut. Die Pläne werden gezeichnet und die Bauanträge vorbereitet. Und dann werden mehr als 40 Millionen Euro investiert.