Dillinger Kleingärtnerverein hat den Hausbau geschafft

Vereinsleben : Hausbau dank erfolgreichem Aufruf und hoher Eigenleistung

Nach finanziellen und personellen Schwierigkeiten sowie einem Baustopp gelingt es Dillinger Kleingärtnern doch noch, ihr Vereinsheim fertigzustellen.

Kaum jemand hielt es noch für möglich und doch haben es die Kleingärtner in Dillingen-Nord nun geschafft: Sie haben ihr Vereinsheim fertiggestellt. Vor zwei Jahren sah es alles andere als rosig aus: Der Verein für Dauerkleingärtner, Umwelt- und Landschaftsschutz (VDUL) Dillingen-Nord stand finanziell am Abgrund, hatte sich mit dem Neubau des Vereinsheims übernommen und dann kamen auch noch unvorhersehbare Probleme dazu, die Mehrkosten verursachten (die SZ berichtete).

Vor 28 Jahren bezog der VDUL Dillingen-Nord das Gelände hinter den Stadtwerken in der Feldstraße, berichtet Gabi Ferner, die zweite Vorsitzende. 85 Mitglieder aus sieben Nationen hat er heute, mit 40 Parzellen, darunter seit neuestem auch ein Frauen-Integrationsprojekt. Für winterfeste Sitzungen und Feste sollte nach langen Jahren endlich ein Vereinsheim her, der Bau begann 2012. 45 000 Euro sollte der eingeschossige Bau mit rund 100 Quadratmetern ursprünglich kosten. Die Stadt Dillingen genehmigte dem Verein eine Ausfallbürgschaft und einen Zuschuss über 6000 Euro.

Doch dann lief einiges anders als geplant, die gescheiterte Finanzplanung und personeller Ausfall sorgten für einen Baustopp. Obwohl schon rund 75 Prozent der Arbeiten fertiggestellt waren, ging im Oktober 2015 nichts mehr. Nachdem die Kosten ungeplant auf über 65 000 Euro angestiegen waren, stand der VDUL vor dem Ruin, die Zahlungsunfähigkeit drohte. Denn Einnahmen hatte der Verein außer Mitgliedsbeiträgen keine.

Die letzte Hoffnung für die Kleingärtner waren private Helfer – und die fanden sich. Ein Aufruf brachte Geld- und Sachspenden und auch neuen Mut. Von Fliesen über eine Küchenzeile bis zu Waschbecken trudelte Hilfreiches von Privatleuten ein. „Dafür sind wir so dankbar“, beteuert Ferner.

Eine großzügige Spende möchte Ralf Schors, der erste Vorsitzende, hervorheben: Bernd Hoff aus Wallerfangen schenkte dem Verein eine große Theke mit kompletter Ausstattung, die nun das Herzstück des Saales bildet, dazu mehrere Eckbänke in bestem Zustand.

Mit neuem Mut ging der Vorstand den Weiterbau 2016 an: Fast alle Arbeiten erledigten die Mitglieder selbst, hauptsächlich zwei Rentner aus dem Verein. „Bis auf die Statik und das Dach haben wir quasi alles selbst gemacht“, erklärt Salvatore Buttaci, der über Jahre gewerkelt hat, wo er konnte.

„Ohne die hohe Eigenleistung hätten wir es nicht hinbekommen“, meint Ferner. Und Schors ergänzt: „Und nicht ohne Eigenfinanzierung.“ Denn um die Fertigstellung des Heimes zu bezahlen, haben die Vorstandsmitglieder privat Kredite aufgenommen. „Ein bisschen verrückt ist das vielleicht schon“, räumt Schors ein. „Aber wenn man etwas anpackt, muss man es auch zu Ende bringen.“

Sein Vereinsheim hat der VDUL dann tatsächlich im Sommer 2017 eröffnen können. „Jetzt haben wir endlich die Möglichkeit, das Haus auch an andere Vereine zu vermieten und dadurch Einnahmen zu erzielen“, freut sich Ferner. Der VDUL will selbst mehrere Feste im Jahr feiern und deren Erlöse nutzen.

Jetzt fehlt nur noch der Außenputz, die Heizung wird gerade eingebaut. Insgesamt hat das Haus dann rund 80 000 Euro gekostet, wenn alles fertig ist, überschlägt Schors. „Aber: Das hat sich gelohnt“, sind sich alle im Vorstand sicher.