Dillingen - Wahlheimat für Gänsesäger

Dillingen - Wahlheimat für Gänsesäger

Dillingen. Seltene Wintergäste haben sich am Dillinger Ökosee eingefunden: Gänsesäger. Etwas größer als Stockenten sind sie, von ihrem weißen Federkleid sticht das Schwarz an Kopf und Flügeloberseite deutlich hervor. Entdeckt wurden die Vögel von Lothar Hayo. 24 Tiere hat der Ornithologe auf dem Ökosee ausfindig gemacht. Eine Seltenheit

Dillingen. Seltene Wintergäste haben sich am Dillinger Ökosee eingefunden: Gänsesäger. Etwas größer als Stockenten sind sie, von ihrem weißen Federkleid sticht das Schwarz an Kopf und Flügeloberseite deutlich hervor. Entdeckt wurden die Vögel von Lothar Hayo. 24 Tiere hat der Ornithologe auf dem Ökosee ausfindig gemacht. Eine Seltenheit. Denn bis auf 25 Brutpaare in Bayern war der Bestand in Deutschland bereits geschrumpft.

Der Gänsesäger ist eine Fisch fressende Vogelart. "Über Jahrhunderte war sie deshalb der Jagd ausgesetzt", sagt Ulrich Leyhe, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Saarlouis. "Weil sie unter Schutz gestellt wurden, gibt es heute wieder 500 Brutpaare." Um den Bestand zu halten, sei das aber immer noch zu wenig. "Außerdem werden sie weiterhin illegal verfolgt und gejagt."

Nach Dillingen kommen sie zum Überwintern. "Die Gänsesäger am Ökosee sind in erster Linie Zugvögel", erklärt Leyhe. Aus Polen, Russland und der Ukraine stammen die Vögel, schätzt er. Weil sie nicht beringt sind, lässt sich das nicht eindeutig bestimmen.

"Früher war das Ufer des Sees wie ein Baggerloch", erzählt Leyhe. Im Wasser gab es keine flache Uferzone. Für eine reichhaltige Fauna ist die aber wichtig. Als Ausgleichsmaßnahme für den Saarausbau wurde der See unter ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet. Amphibien, Kleinlebewesen und Libellen haben sich dort angesiedelt. In Flachwasserbereichen können Fische laichen, deren Larven im tieferen Gewässer Raubfischen zum Opfer fallen würden. "Deshalb haben hier auch Fischarten eine Chance sich zu entwickeln, die es in der Saar nicht gibt."

Angelverbot am See

Davon profitieren in den kalten Monaten auch die Wintergäste, wie der Gänsesäger, und letztlich der Wildtierschutz. "Der Ökosee trägt dazu bei, dass die Vögel gesund aus dem Winter zurückkehren und den Bestand schützen", erklärt Leyhe.

Obwohl im Ökosee strenges Angelverbot herrscht, "ist das fischreiche Gewässer ist für Angler ein Magnet", weiß Leyhe und blickt verärgert auf die Büsche neben dem Ufer. Darin haben sich mehrere grell bunte Angelköder verfangen und zeugen davon, dass nicht jeder das Verbot ernst nimmt.

Am Dillinger Ökosee sind die Gänsesäger Lothar Hayo vor die Linse geflogen. Foto: Schmidt.

"Fischwilderei steht unter Strafe", mahnt der Naturschützer. Und mehr noch: "Angeln ist eine absolute Störungsbelastung für die Wintergäste." Die Gänsesäger etwa haben eine Fluchtdistanz von 50 bis 60 Metern. "Wird in ihrer Umgebung geangelt, verscheucht das die Tiere."