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E-Mobilitäts-Tag
Dillingen voll dabei im Zeichen der E-Mobilität

Stadtwerkechef Arno Minn (Mitte) zeigt Bürgermeister Franz-Josef Berg (links) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Ladesäule.
Stadtwerkechef Arno Minn (Mitte) zeigt Bürgermeister Franz-Josef Berg (links) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Ladesäule. FOTO: Axel Künkeler
Dillingen. Bundeswirtschaftsminister Altmaier war am Aktionstag am Hoyerswerda-Platz zu Gast und lobte Initiative von Stadt und Stadtwerken. Von Axel Künkeler

Rund ein Dutzend Aussteller, mehrere Dutzend Besucher schon am Vormittag und ein prominenter Gast aus Berlin. Der erste Dillinger E-Mobilitätstag am Samstag auf dem Hoyerswerda-Platz vor dem Rathaus war durchaus „eine gelungene Veranstaltung“, wie derGeschäftsführer der Stadtwerke Dillingen, Arno Minn, feststellte. Lob für die Initiative von Stadt und Stadtwerken gab es auch vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier (CDU), der die Schirmherrschaft übernommen hatte und sich mehr als eine Stunde Zeit nahm.


Neben Altmaier konnte Bürgermeister Franz-Josef Berg die Landtagsabgeordnete Dagmar Heib, den Beigeordneten Günther Mittermüller sowie etliche Stadtratsmitglieder begrüßen.

Das Spektrum der Aussteller reichte von verschiedenen Automarken und Fahrrad-Herstellern über Ladestationen für den öffentlichen und privaten Sektor bis hin zur Energie- und Förder-Beratung. Die Gelegenheit zur Information über die neuesten Entwicklungen der E-Mobilität nutzten einige schon kurz nach Beginn um 10 Uhr. Dabei waren sowohl Befürworter wie Skeptiker anzutreffen. „Wir haben inzwischen vier E-Autos und vier E-Bikes in der Familie“, sagte Andreas Guldner aus Überherrn. Zusammen mit seinem Bruder Reinhard Guldner und ihren Söhnen Marcus und Felix kamen sie eigens aus Überherrn in die Hüttenstadt.



Skeptisch seien sie allerdings, ob die Bike-Ladestation vor dem Dillinger Bahnhof wirklich gut angenommen wird. „Welcher Pendler nimmt schon das schwere Ladekabel mit“, fragte Felix Guldner. „Zuhause können wir die Räder direkt an der Steckdose aufladen“, ergänzte Cousin Marcus, das reiche für hundert Kilometer am Tag. Auch die Preisgestaltung für den Strom aus den Bike- und Car-Ladestationen war ein Thema im Gespräch mit Arno Minn. Dennoch ist die Überherrner Familie seit fünf Jahren positiv mit dem Thema beschäftigt. Schon 2014 habe man das erste E-Auto gekauft, ein Jahr später das erste E-Bike.

Starkes Interesse an einem E-Bike zeigte auch Thomas Kuberczyk (Eimersdorf), der sich von Charles Hütten von einer Saarbrücker Radmanufaktur beraten ließ. Er hat sich zusammen mit seiner Frau schon mehrfach E-Bikes im Holland-Urlaub ausgeliehen. „Leihräder sind aber in der Hauptsaison oft nur schwer zu bekommen und auf Dauer einfach zu teuer“, sagt er. Deshalb will er nun zwei Klappräder kaufen – für den nächsten Urlaub oder auch für Touren an der Saar nach Saarlouis oder Merzig. Zum Pendeln an die Arbeitsstätte in Saarbrücken sei es aber wohl doch zu weit, allenfalls „im Hochsommer“ kann Kuberczyk sich das vorstellen.

Skeptisch ist dagegen Hartmut Steinhauer aus Siersburg, der sich bei den E-Autos umschaut. Er habe sogar schon mal eine Probefahrt gemacht, aber derzeit wird er sich wohl „eher kein E-Auto“ kaufen. Der Neupreis sei zu hoch, die Ladezeiten zu lang und die Reichweite zu kurz, meint er. Das sei insbesondere bei Urlaubsfahrten schlecht. Ähnlich problematisch sieht es der Dillinger Wolfgang Kluge, der sich „ganz allgemein über die aktuelle Entwicklung der E-Mobilität informieren“ will. Zu teuer, geringe Reichweite und zu wenig Ladestationen nennt er die gleichen Argumente. Beim Urlaub in der Schweiz habe er festgestellt, dass der Ausbau der Infrastruktur dort schon weiter sei. „Die Verbrennungsmotoren bleiben noch gut zehn Jahre im Vorteil“, schätzt Kluge ein.

Der Bundeswirtschaftsminister hielt dagegen: „Wenn weltweit der Wohlstand erreicht wird wie bei uns, wird die Erde kollabieren, wenn wir nicht gegensteuern.“ Daher müsse die von allen gewollte individuelle Mobilität „Umwelt- und Klima-verträglich gestaltet werden“. Er räumte allerdings ein, Deutschland sei „längst noch nicht da, wo wir hinwollen.“ Daher sei eine Informationsveranstaltung wie der erste Dillinger E-Mobilitätstag umso wichtiger. Damit liege die Hüttenstadt „für einen Tag an der Spitze der E-Mobilitäts-Entwicklung“, sagte Altmaier.

Bis um 17 Uhr am späten Nachmittag lag das Informationsgebot an den Ständen, das durch zwei Vorträge im Rathaus ergänzt wurde, im Fokus der Besucher. Abgerundet wurde die Veranstaltung zudem mit einer Hüpfburg für Kinder und einem Verpflegungsangebot.