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Die Meister des AugenblicksFotoclub Saarwellingen Spitze bei Photokina

Die Meister des AugenblicksFotoclub Saarwellingen Spitze bei Photokina

Dillingen. Mit der Voigtländer vom Papa hat Klaus-Peter Selzer (49) das Knipsen angefangen. Mit der Canon AE-1 wurde die Fotografie zum Hobby für den Polizisten. Erfolgreich ist der Dillinger, der unlängst den Preis für das schönste Foto vom Ökosee gewann, nicht nur regional. Das Glanzstück gelang ihm dieses Jahr in Köln

Dieses "Wimmelbild" auf dem Markt im belgischen Brügge fotografierte Klaus-Peter Selzer vom Rathausturm herab. Foto: Selzer.
Klaus-Peter Selzer. Foto: Alt.

Dillingen. Mit der Voigtländer vom Papa hat Klaus-Peter Selzer (49) das Knipsen angefangen. Mit der Canon AE-1 wurde die Fotografie zum Hobby für den Polizisten. Erfolgreich ist der Dillinger, der unlängst den Preis für das schönste Foto vom Ökosee gewann, nicht nur regional. Das Glanzstück gelang ihm dieses Jahr in Köln. Auf der Fachmesse Photokina wurde er Deutscher Fotomeister 2008 des DVF (Deutscher Verband für Fotografie). "Es gibt nur einen", erläutert Selzer. "Du musstest eine Kollektion von fünf Bildern einreichen. Die Jury vergab anonym Punkte für die Einzelbilder. Deutscher Meister wurde, wer für seine Kollektion in der Summe die meisten Punkte erhielt." Selzer hat sich auch in der Verbandsarbeit Meriten verdient. 15 Jahre war er Vorsitzender des DVF-Landesverbands Saar, der rund 350 Mitglieder zählt (6000 bundesweit). Den Vorsitz gab er auf, zum Vorstand gehört er weiter. Im Fotoclub Saarwellingen (45 Mitglieder, "im Wachstum begriffen") hat er den Vorsitz an Ulrike Schneider abgegeben. "Als ich mit der Spiegelreflex-Fotografie begonnen habe, 1981, bin ich gleich in den Club gegangen. Ich suchte das Gespräch mit Gleichgesinnten, wollte mich verbessern", erzählt er. "Du musst kritikfähig sein. Nur dadurch lernst du. Es geht nicht darum, einen Stil zu kopieren." Zusätzlich hat er Volkshochschulkurse besucht; seit 1992 leitet er selber welche. "Es geht darum, wie du dein Hauptmotiv im Bild platzierst. Das sind Sachen, die dir in Fleisch und Blut übergehen."Selzer, heute überwiegend mit Digitalkamera (Canon EOS 20D) unterwegs, betont: "Die Kameras heute machen viel automatisch, das hat aber wenig Einfluss auf die Bildgestaltung." Er hat sein Auge geschult, nicht zuletzt auf Reisen in Irland, Alaska, Skandinavien. Mit einigen Fotos hat er Preise gewonnen (zuletzt fünf Mal in Folge die Saarländische Fotomeisterschaft), einige konnte er an Verlage und Zeitschriften wie Geo verkaufen. "Wenn man erfolgreich ist, kann man sich dadurch sein Hobby finanzieren." Spezialität TieraufnahmenAktuell arbeitet er mit Lebensgefährtin Tanja Zech speziell an Tier- und Wildlife-Fotografie. Um Bewegungen von Tieren einzufangen, meist mit starken Teleobjektiven, ist er häufig im Greifvogelpark in Saarburg. "Portraitfotografie ist eher nicht mein Ding", sagt er. Dass mit der Digitalfotografie wieder mehr Menschen fotografieren, begrüßt er und fügt an: "Wer heute gute Bilder macht, konnte es früher auch. Am PC wird aus einem schlechten Bild kein gutes. Die Nachbearbeitung am PC ist wichtig. Aber je besser du fotografierst, desto weniger Arbeit hast du. Ich optimiere meine Bilder nur, ich verfriemele sie nicht mit zusätzlichen Dingen. Im Prinzip macht man mit dem Programm, was man früher in der Dunkelkammer machte mit Abwedeln und so weiter." Vom "Pixelwahn" hält Selzer nichts. Gute Bilder hingen nicht von der Pixelzahl der Kamera ab. "Der Blick für die Situation ist das A und O."Saarwellingen. Der Deutsche Meister Klaus-Peter Selzer hat zudem mit dem Fotoclub Saarwellingen die nationale Vereinswertung gewonnen. Dabei wurden die Punkte der Kollektionen der besten Vier jedes Clubs summiert. Das waren neben Selzer, Tanja Zech, Wolfgang Pyroth und Jörg Wagner. Außerdem wurden vom Saarwellinger Club Dietmar Noh, Ulrike Schneider und Franz-Josef Schrecklinger für Einzelthemen ausgezeichnet. Ihre Bilder gehörten zu den 360, die aus 3900 eingereichten Fotos ausgewählt und während der Photokina ausgestellt wurden. gal