Ausstellung: Die Kunst bringt die Vielfalt zusammen

Ausstellung : Die Kunst bringt die Vielfalt zusammen

„Das wird spannend“ heißt die neue Ausstellung in der KEB-Galerie Dillingen. Zu Gast ist die internationale Künstlergruppe KuUnKu.

Flamenco aus Syrien? – „Ja, natürlich. Es ist derselbe Flamenco in Spanien wie bei uns in Syrien“, erklären die Gitarristen Firas Abou Kuba und Nawar Issa, auf den großen arabisch-muslimischen Kulturkreis und den Einfluss der Roma hinweisend. Den Bogen weit gespannt hat somit bereits die Musik anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Das wird spannend“ in der KEB-Galerie im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus.

Dort sind Fotografien und Gemälde der Künstlergruppe KuUnKu ausgestellt. Die Abkürzung steht für „Künstler unterstützen Künstler“. Michael Wolff, einer der Initiatoren, erläuterte, die Gruppe habe sich 2013 gegründet. Ziel sei gewesen, Kunstschaffende verschiedener Disziplinen zusammenzubringen, fachlichen und persönlichen Austausch zu fördern und gemeinsame Projekte zu realisieren. Dazu gebe es einen Stammtisch an jedem ersten Mittwoch im Monat, 19 Uhr, im Weltraum am St. Johanner Markt in Saarbrücken. Seit einiger Zeit kämen Künstlerinnen und Künstler zu den Treffen, die noch nicht lange in Deutschland lebten, insbesondere aus Syrien, Afghanistan und dem Irak geflüchtete Menschen.

Diesen Umstand hob der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler bei der Begrüßung der mehr als 60  Gäste hervor. Die Ausstellung passe mit ihrer Vielfalt so gut zur KEB, weil im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammenkämen und es spannend sei, wenn Menschen mit verschiedenen Lebenserfahrungen gemeinschaftlich ihren Alltag gestalteten.

Spannungen bleiben da nicht aus – auch in dieser mutigen Ausstellung nicht. 20 Künstlerinnen und Künstler zeigen über 40 Werke, durchweg – schon das ist ungewöhnlich – paarweise gehängt. Es ist so, als würden die Bildpaare einerseits eine Gemeinsamkeit nur für sich behaupten, andererseits aber die Verbindung zum größeren Ganzen, zu einer Gemeinschaft suchen. Durch die Hängung werden Bezüge angedeutet oder gesucht, auch wenn dies nicht immer aufgeht und offene Fragen bleiben.

In der Cafeteria der KEB, wo sich täglich Menschen verschiedener Generationen zum Essen oder zu anderen Veranstaltungen treffen, sind konsequent Darstellungen von Menschen zu sehen: Fotografien von Straßenszenen (Michael Wolff), aber auch wie fürs Theater inszenierte Porträts (Nouh Ammar Hammami), und die Gemälde einer traurigen Frau und eines traurigen Mannes vis-à-vis den Porträts von Adam und Eva (Haytham Alayik).

Während der Vernissage haben alle Ausstellenden kurz erzählt, wo sie herkommen und was sie machen, wie lange sie sich der Kunst verschrieben haben – und da war das Publikum ganz aufmerksam, hat gestaunt, wenn von akademischen Kunststudien in vom Islam geprägten Ländern zu hören war, aber auch, wenn jemand bekannte, erst vor Kurzem zur Kunst gefunden zu haben. Entsprechend vielfältig ist diese Ausstellung. Da treffen technisch perfekte Fotografien und sehr ausgereifte Gemälde mit künstlerischen Versuchen und Experimenten zusammen. Stehen zu bleiben, zu schauen und nachzudenken, lohnt sich bei allen.

Es stellen aus: Anna Ducrocq, Barbara Hoffmann, Christine Hein, Edgar Helmut Neumann, Fadi Alnizami, Hans Adam, Haytham Alayik, Inge Noell, Israa Alsayed, Josef Scherer, Konrad Schäfer, Manfred Scheffer, Meyhan Faraji, Michael Wolff, Nouh Ammar Hammami, Nuon, Reham Abo Al Nojom, Ulrich Höfer, Wolfram Bröder.

Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr zu sehen.