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Die Folgen sind bis heute spürbar

Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler führte in die Ausstellung ein. Foto: Alt/KEB
Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler führte in die Ausstellung ein. Foto: Alt/KEB FOTO: Alt/KEB
Dillingen. Eine Wanderausstellung aus Berlin widmet sich den Erfahrungen und dem Alltag von NS-Opfern in Osteuropa. Sie ist noch bis Donnerstag, 12. November, im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus in Dillingen zu sehen. red

Die überlebenden Opfer des Nationalsozialismus in der ehemaligen Sowjetunion haben bis heute große Schwierigkeiten, ihr Leben zu meistern. Zum einen leiden sie noch immer an den Folgen der schlimmen Verletzungen, die sie als junge Menschen erlitten. Diese Erfahrungen prägten ihr ganzes Leben. Zusätzlich ist die bloße Tatsache, dass sie überlebten, nach dem Krieg Anlass gewesen, sie als Kollaborateure zu betrachten. Die daraus entstandenen gesellschaftlichen Nachteile für diese Menschen wirken bis heute fort.

Diese Zusammenhänge dokumentiert die Ausstellung "Wie das Atmen frischer Luft". Sie ist noch bis Donnerstag, 12. November, in der KEB-Galerie in Dillingen zu sehen. Es handelt sich dabei um eine Wanderausstellung. Sie wurde konzipiert von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) aus Berlin. Grundlage sind dabei Fotos und Interviews, die im Rahmen von EVZ-Hilfsprojekten in Russland, Belarus und der Ukraine entstanden sind. Somit erhält die Zeitgeschichte Gesicht und Persönlichkeit.

Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler schilderte bei der Eröffnung, wie gut diese Ausstellung zur Arbeit im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus passe. Die Dillinger KEB habe sich seit ihrer Gründung im Jahr 1971 zur Versöhnungsarbeit verpflichtet. Dazu gehörten neben zahlreichen Begegnungen in Israel Ausstellungen osteuropäischer Künstler und nicht zuletzt die Zeitzeugenaufenthalte seit über 20 Jahren.

Zusammen mit dem Maximilian-Kolbe-Werk lädt die KEB Zeitzeugen aus Osteuropa, KZ-Insassen, Ghettobewohner und Verfolgte in der Zeit des Nationalsozialismus ein. Dies dokumentierte eindrücklich ein Film, der als medienpädagogisches Projekt der KEB mit Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums entstanden ist.

Die Ausstellung "Wie das Atmen frischer Luft" ist noch bis Donnerstag, 12. November bei der KEB in Dillingen , Friedrich-Ebert-Straße 14, zu sehen. Öffnungszeiten sind: Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr.