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Christmas-Party
Der Party-Klassiker an Heiligmorgen

 Bei fast frühlingshaftem Wetter spielte sich die Christmas-Party in Dillingen diesmal vor allem rings ums Festzelt ab.
Bei fast frühlingshaftem Wetter spielte sich die Christmas-Party in Dillingen diesmal vor allem rings ums Festzelt ab. FOTO: Johannes A. Bodwing
Dillingen/Saarlouis. Am Dillinger Gleisdreieck und in der Saarlouiser Altstadt stimmten sich auch diesmal wieder Tausende auf Weihnachten ein.

Kein Schnee, nicht mal Kälte. Dafür schien die Sonne zeitweise, als stehe der Frühlingsanfang bevor. Unter wenig winterlichen Wetterbedingungen fand am Heiligmorgen am Dillinger Gleisdreieck die Christmas-Party statt. „Ich bin etwas spät dran“, sagte ein junger Mann auf dem Weg durch die Kelkelstraße. Andere waren schon pünktlich um halb elf da. „Das ist der Klassiker“, erzählte der Mann beim Gang in Richtung Zelt. „Freunde und Bekannte treffen, die man Jahre nicht gesehen hat.“ Woher er denn sei? „Ich wohne in München. Aber ich bin gebürtiger Dillinger und besuche hier meine Eltern.“


„Last Christmas“ klang aus dem großen Zelt auf dem Gleisdreieck. Ringsum standen bei tollem Wetter die Menschen dicht an dicht. Der Weg ins Zelt verlief in gewundenen Bahnen. Seit Jahren stimmt sich Dillingen so auf den Heiligen Abend ein. Gemütlich bei einem Getränk, die Musik im Ohr und im Gespräch mit Freunden und Bekannten. Alles gemäßigt, selbst der Alkohol bleibt im vertretbaren Rahmen. Auf einer niedrigen Bühne fügen die „Dillinger All Stars“ Rock, Pop und Weihnachtslieder zu einem unterhaltsamen Musikprogramm zusammen. Von etwa 11 Uhr an läuft die Veranstaltung bis in den Nachmittag hinein. Während im Umfeld nach und nach die Geschäfte schließen, wächst auf dem Gleisdreieck die behagliche Stimmung an.

Ein ähnliches Bild bot sich auch etwas weiter in Saarlouis: Unter einem wolkenlosen Himmel tummelten sich hier am Morgen des Heiligabends wieder Tausende in den Straßen der Altstadt. Die Tradition, die vor allem junge Menschen in die Stadt zieht, ist eine lange – und sie macht auch die Kneipenbesitzer glücklich. Mit Glühwein und Zipfelmütze stimmten sich viele auf den letzten Drücker noch einmal auf Weihnachten ein, so gut es die wenig winterlichen Temperaturen zuließen. Auch Bier floss in rauen Mengen und ölte die Kehlen. So schnappte man an jeder Ecke Gespräche darüber auf, wo und wie denn jetzt ganz genau das Weihnachtsfest gefeiert wird und wie es in Studium oder Job so läuft. Denn hier treffen Heimkehrer auf Daheimgebliebene, sehen sich Menschen oft seit langer Zeit das erste Mal wieder. Klar, dass es da nach dem obligatorischen Weihnachtsgruß erst mal darum geht, sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. „Man trifft hier einfach jeden“, führt jemand als Grund an, warum er da ist. Damit spricht er wohl für die Mehrheit.



Trotzdem gab es diesmal kahle Stellen im sonst so dichten Wald aus Menschen. Im kurzen Teil der Bierstraße, der an die Alte-Brauerei-Straße grenzt, war zeitweise recht wenig los. Und zu den Polizeibarrieren hin fing die Menge überall an, sich zu lichten. Die Barrieren hatten die Ordnungshüter auch dieses Jahr wieder errichtet, um sicherzustellen, dass sich niemand ohne einen Blick in die Tasche unter die Leute mischt.

(az)