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Der Ausgangspunkt liegt im Vertrauten

Der Ausgangspunkt liegt im Vertrauten

Der Maler Adam Faglio aus Nowy Wicnicz im polnischen Landkreis Bochnia stellt bis 26. August in der KEB-Galerie in Dillingen aus – eine Veranstaltung im Rahmen von „200 Jahre Landkreis Saarlouis“.

Die Puppe Marek guckt traurig und wirkt schlapp, lächelt aber. "Trotzdem", hat Adam Faglio das Bild genannt. Es ist das Trotzdem dessen, der weitermacht, auch wenn die Welt alles andere als schön ist und tagtäglich schlechte Nachrichten kommen. Faglio entdeckt die Schönheit in seiner unmittelbaren Umgebung. Und somit ist der Titel der Ausstellung in der KEB-Galerie "Adam Faglio, der Künstler aus Nowy Wisnicz" weniger Bescheidenheit, eher Programm: "Ich bin sehr stolz auf diese kleine Stadt, die für mich sehr geheimnisvoll, malerisch und inspirierend ist."

Das Besondere im Alltäglichen

Das Geheimnisvolle liegt im Vertrauten, so paradox es klingt. Faglio macht auf das Besondere im Alltäglichen aufmerksam. Gewöhnliche Früchte und Blumen des Gartens stellt er in einen ehrfürchtigen, fast sakralen Zusammenhang, umrahmt von Ornamenten.

Ähnlich sind seine Landschaftsimpressionen zwar Momentaufnahmen, die aber über sich hinaus auf einen größeren harmonischen Zusammenhang verweisen. So ist nicht nur den blühenden Obstbäumen im Frühjahr, den Stauden im Sommer, und den leuchtenden Sträuchern im Herbst ästhetische Qualität und Würde zueigen, sondern auch noch der scheintoten Natur im Winter - in einem Bild mit Puppen ironisiert.

Überhaupt neigt Faglio mehr zu humoriger denn zu bedeutungsschwerer Anspielung. "Jede Illusion gern gesehen", heißt ein Bild, auf dem High Heels einer (vermutlich sehr schönen) Frau zu sehen sind. Mit so einer Haltung lässt es sich "trotzdem" (siehe oben) ganz gut verkraften, wie winzig jeder oder jede im Großen der Welt ist, so dass man in der Totalität entweder als "Einzelgänger" (Bildtitel) verschwinden oder als Paar vor dem endlosen Horizont des Meeres klein, aber innig vertraut einen "Ausgangpunkt" (ebenfalls Bildtitel) finden kann.

So gesehen keineswegs unpassend, dass diese Ausstellung von 27 Kunstwerken in den größeren Rahmen der "200 Jahre Landkreis Saarlouis" und der Partnerschaft der Landkreise Saarlouis und Bochnia gestellt wurde - inklusive der Bekenntnisse der beiden Landräte Patrik Lauer und Ludwik Wegrzyn zu einem gemeinsamen Europa, das über persönliche Beziehungen und kulturelle Bildung wachsen könne.

Für ein besseres Verständnis

Der KEB-Vorsitzende Horst Ziegler sagte: "Die Ausstellung will dazu beitragen, dass wir uns immer besser kennen, immer besser verstehen." Für eine gute Einstimmung in diesem Sinne sorgte ein Ensemble des Bergwerksorchesters Orkiestra Kopalni Soli.

Die Ausstellung kann bis 26. August montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr besucht werden.