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Preis für die KEB
Den Nazi-Terror im Gedächtnis behalten

 Verleihung des saarländischen Weiterbildungspreises mit Jutta Schmitt-Lang (MdL), Michael Kammer (2. Vorsitzender KEB), Wolfgang Gerstner (Geschäftsführer Maximilian-Kolbe-Werk), Annika Both und Gerhard Alt (KEB) (von links).	 Foto: Hans Georg Schneider
 Verleihung des saarländischen Weiterbildungspreises mit Jutta Schmitt-Lang (MdL), Michael Kammer (2. Vorsitzender KEB), Wolfgang Gerstner (Geschäftsführer Maximilian-Kolbe-Werk), Annika Both und Gerhard Alt (KEB) (von links). Foto: Hans Georg Schneider FOTO: Hans Georg Schneider/KEB
Saarbrücken/Dillingen. Das Zeitzeugenprojekt der KEB Dillingen wurde jetzt mit einem Preis besonders gewürdigt.

Für ihr Zeitzeugenprojekt hat die KEB Dillingen jetzt den Saarländischen Weiterbildungspreis erhalten. „Fragt uns! Wir sind die letzten“ — Diese Aufforderung steht seit rund 30 Jahren über dem „Zeitzeugenprojekt“ der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Kreis Saarlouis. Mit Unterstützung des Maximilian-Kolbe-Werkes in Freiburg lädt die KEB mindestens einmal im Jahr eine Gruppe von Überlebenden des NS-Regimes aus Osteuropa ins Saarland ein.



Die mittlerweile hoch betagten Gäste sind eingeladen, in Schulen vor Schülerinnen und Schülern und deren Lehrern von ihren Erfahrungen mit dem Nazi-Terror zu berichten. Außerdem gibt es ein Besichtigungs- und Gesprächsprogramm mit Erwachsenen. Über 300 Frauen und Männer aus Russland, Litauen, der Ukraine, Estland oder Weißrussland waren seit 1987 bei der KEB in Dillingen und Umgebung zu Gast. Durch ihre Schilderungen hat Geschichte für viele Beteiligte ein Gesicht bekommen. Wenn etwa eine ehemalige KZ-Insassin ihre eintätowierte Nummer zeigt und ihren Zuhörern ein plastisches Bild vom erlebten Terror vermittelt, dann wird unmittelbar deutlich, wie sehr die Menschen ihr Leben lang unter dem Erlebten gelitten haben und leiden. Im Rahmen des Projektes haben Jugendliche auch immer wieder Filme mit den Zeitzeugen gedreht.

Jutta Schmitt-Lang, MdL (CDU),Mitglied der Jury, hat am 20. Juni im Saarbrücker Schloss die Arbeit der KEB gewürdigt und die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung an Michael Kammer, den stellvertretenden Vorsitzenden der KEB im Kreis Saarlouis, übergeben. Das Projekt sei ein „authenti=sches Mittel“ der politischen Bildung. „Die Zeitzeugen treffen ihre Zuhörer ins Herz“, sagte Schmitt-Lang. Das sei ein kräftiger Impuls zur Meinungsbildung. Der mit dem Projekt ermöglichte Austausch über Ländergrenzen hinweg ermögliche Erfahrung aus erster Hand und sei ein Beitrag zur Völkerverständigung im besten Sinne. Die Filme der Jugendlichen leisteten zudem einen wertvollen Beitrag zur Verstetigung der Erfahrungen und wirkten so nachhaltig.

„Erinnern für die Zukunft – Mehr Demokratie wagen“ war diesmal das Thema des Saarländischen Weiterbildungspreises, der alle zwei Jahre auf Initiative des Bildungs Netz Saar vergeben wird. Über die Vergabe befindet eine unabhängige Fachjury aus Vertretungen der Wissenschaft, Wirtschaft, Kammern, dem Landesausschuss für Weiterbildung sowie Abgeordneten des Landtages.