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Fußball-Oberliga
Das Duell der jüngsten Oberliga-Trainer

Oberliga, wir kommen: Die Spieler des VfB Dillingen feierten den Aufstieg mit unbändigem Jubel. An diesem Samstag nun beginnt das große Abenteuer.
Oberliga, wir kommen: Die Spieler des VfB Dillingen feierten den Aufstieg mit unbändigem Jubel. An diesem Samstag nun beginnt das große Abenteuer. FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Der VfB Dillingen startet diesen Samstag ins Abenteuer Oberliga. Zu Gast an der Papiermühle ist Mitaufsteiger Emmelshausen. Von Philipp Semmler

Welcher „Jungspund“ auf der Trainerbank erwischt den besseren Start in die Fußball-Oberliga? Wenn der VfB Dillingen an diesem Samstag um 15.30 Uhr den TSV Emmelshausen empfängt, dann ist es nicht nur ein Aufsteiger-Duell, sondern auch das Aufeinandertreffen der beiden jüngsten Trainer der Liga.


Sowohl Dillingens Übungsleiter Daniel Kiefer wie auch TSV-Übungsleiter Julian Feit sind gerade einmal 24 Jahre alt. Feit (geboren am 16. April 1994) ist allerdings noch ein klein wenig älter als der am 2. Juni im selben Jahr zur Welt gekommene Dillinger Übungsleiter.

„Dass die beiden Jüngsten direkt mit ihren Teams gegeneinander spielen, ist natürlich schon ein klein wenig kurios“, erklärt Kiefer lachend. „Ich wusste bis vor Kurzem gar nicht, dass Emmelshausen auch so einen jungen Trainer hat. Das habe ich erst bei der Spielvorbereitung gesehen.“



Für Kiefer wäre ein Sieg gegen den gleichaltrigen Trainer-Kollegen vor allem aber aus einem anderen Grund wichtig: „Gegen einen Mitaufsteiger will man zu Hause natürlich immer mit drei Punkten starten.“ Denn Emmelshausen könnte einer der direkten Konkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib sein.

Dass dieser schwierig wird, ist bei den Hüttenstädtern allen bewusst. Durch die hohe Zahl der Absteiger in der vergangenen Runde (gleich sechs Teams) mussten viele schwächere Teams eine Etage runter. Geblieben sind nahezu ausnahmslos in dieser Liga etablierte Mannschaften. Nicht nur deshalb sagt Kiefer: „Es wird eine große Herausforderung für uns, den Klassenverbleib zu schaffen.“

Wie viele Absteiger es diese Saison geben wird, steht wie immer zu Saisonbeginn noch nicht fest. Dies hängt nämlich von der Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga Südwest in die Oberliga ab. Dort könnten Liganeuling FK Pirmasens und Wormatia Worms nach einem personellen Umbruch in der Sommerpause zum Kreis der Abstiegskandidaten zählen.

Aber zurück zum VfB Dillingen: Der kann personell nahezu in Bestbesetzung ins erste Oberliga-Spiel seit 23 Jahren gehen. Lediglich Neuzugang Meriton Mehmeti (kam von den SF Köllerbach) wird die Partie verpassen, weil er am Samstag heiratet. „Ansonsten sind aber alle einsatzbereit und fit, ich habe die Qual der Wahl und musste diese Woche schon einige unangenehme Gespräche mit Spielern führen, die nicht zum Kader gehören“, berichtet Kiefer.

Eine ähnliche Situation also, wie sie Bundestrainer Joachim Löw vor der WM in Russland hatte, als er drei Spieler aus dem Aufgebot streichen musste. Insbesondere für das Streichen von Jungstar Leroy Sané erntete „Jogi“ Kritik. „Ich hoffe, ich habe da bessere Entscheidungen getroffen“, sagt Kiefer lachend.

Fest steht schon, dass bis auf Mehmeti alle sieben weiteren Neuzugänge des Clubs zum Kader gegen Emmelshausen gehören werden. Die besten Chancen auf einen Einsatz von Beginn an dürfte der vom FV Diefflen gekommene Stürmer Niclas Judith haben. Schließlich war der 21-Jährige auch bei seinem Ex-Club Stammkraft in der Oberliga. Aber auch der aus der U 19 des 1. FC Saarbrücken gekommene Verteidiger Jan Basenach (19) und der gleichaltrige Torhüter Jan-Philipp Greff (neu von der SV Elversberg II) haben Chancen, von Beginn an dabei zu sein.

Daniel Kiefer, Trainer des VfB Dillingen
Daniel Kiefer, Trainer des VfB Dillingen FOTO: Kiefer