Das Derby als Spitzenspiel

Das Saarderby in der Fußball-Oberliga zwischen dem FV Diefflen und dem SV Röchling Völklingen an diesem Samstag ist auch ein Spitzenspiel. Der Tabellenzweite erwartet den Vierten. Diefflens Neuzugang Alpcan Ömeroglu trifft zudem auf seinen Ex-Club.

Die Vorfreude ist Alpcan Ömeroglu deutlich anzumerken. "Natürlich ist das Spiel für mich etwas besonderes", sagt der 20-Jährige. Denn mit seinem neuen Club, dem FV Diefflen , trifft der Abwehrspieler um 15.30 Uhr im Dillinger Parkstadion auf seinen alten Verein, Röchling Völklingen. Auch von der Tabellen-Konstellation ist das Derby richtig brisant. Diefflen ist überraschend Zweiter, Völklingen mit drei Punkten weniger Vierter.

Ömeroglu schnürte bis zu seinem Wechsel im Sommer zwei Jahre lang die Schuhe für Röchling. Dabei brachte er es auf 24 Oberliga-Einsätze - alle in der Saison 2014/15. In der vergangenen Spielzeit stand er aber überhaupt nicht auf dem Feld. "Ich hatte eine Schambein-Entzündung. Wegen der musste ich operiert werden und fast eineinhalb Jahre Pause machen", berichtet der 20-Jährige, der in der Jugend des 1. FC Saarbrücken ausgebildet wurde. "Schon zuvor hatte ich zwei, drei Jahre mit mehreren Verletzungen zu kämpfen gehabt."

In Diefflen hofft er jetzt auf einen Neustart. "Ich bin gekommen, weil ich denke, dass ich nach meiner Verletzung hier mehr Spielpraxis sammeln kann als in Völklingen", erklärt Ömeroglu. Denn Röchling hat in dieser Saison seinen ohnehin starken Kader noch einmal verstärkt. Unter anderem holte Trainer Günter Erhardt die regionalliga- und teilweise sogar drittligaerfahrenen Moritz Zimmer (SV Elversberg ), Fabian Scheffer (1. FC Kaiserslautern II) und Felix Dausend (Saar 05) in die Hüttenstadt. "Die haben eine ganz starke Mannschaft", weiß Ömeroglu.

Ömeroglus Plan, in Diefflen Spielpraxis zu sammeln, ging auf. In sechs der sieben Saison-Partien stand er auf dem Feld, zwei Mal von Beginn an. Doch Ömeroglu ist noch nicht zufrieden mit sich selbst. "Ich bin nach der Verletzung erst bei 60 bis 70 Prozent meines Leistungsvermögens, das merke ich selbst", sagt der 20-Jährige.

Dennoch hat er gute Chancen, gegen seinen Ex-Club wieder zu spielen. Zumal FV-Spielertrainer Thomas Hofer in der Defensive ein paar Probleme plagen. Neuzugang Michael Fritsch, der in den beiden jüngsten Partien in der Innenverteidigung spielte, wird wegen einer Zerrung ausfallen. Ob Michael Müller auflaufen kann, ist noch offen. Der Außenverteidiger zog sich beim 3:4 in Hauenstein letzte Woche eine Lippenverletzung zu, die mit 14 Stichen genäht werden musste. "Wir entscheiden kurzfristig, ob er spielen kann", erklärt Hofer. Immerhin ist aber ein anderer Spieler wieder fit: Rückkehrer Fabio Groß (kam vom FV Siersburg) hat seine Knie-Verletzung auskuriert.