| 20:18 Uhr

IG Metall
Dank für 37 Jahre Gewerkschaftsarbeit

Nach 37 Jahren Arbeit für die IG Metall geht Guido Lesch (Mitte), der zweite Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Völklingen, in den Ruhestand. Ihm folgt Ferdinand Weidig (r.). Links steht Robert Hiry, erster Bevollmächtigter.
Nach 37 Jahren Arbeit für die IG Metall geht Guido Lesch (Mitte), der zweite Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Völklingen, in den Ruhestand. Ihm folgt Ferdinand Weidig (r.). Links steht Robert Hiry, erster Bevollmächtigter. FOTO: Andreas Engel
Dillingen. IG Metall tagte in Dillingen: Ferdinand Weidig folgt Guido Lesch als Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Völklingen.

Nach 37 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit für die Gewerkschaft IG-Metall wechselt der zweite Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Völklingen, Guido Lesch, nun in den Ruhestand. Auf der Delegiertenversammlung in der Dillinger Stadthalle wurde Ferdinand Weidig mit mehr als 99 Prozent der Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt. Weidig und der Erste Bevollmächtigte, Robert Hiry, werden nun die Geschäftsstelle mit ihren mehr als 28 000 Mitgliedern leiten.


Lesch war immer mehr als ein Gewerkschafter, das wurde in seiner letzten Rede auf einer Delegiertenversammlung deutlich. Ihn beschäftigte stets der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, der Kampf für mehr Gerechtigkeit und die Interessen der Menschen. Lesch erneuerte auch seinen Willen zum Widerstand gegen „rechte Hetzer und Rechtsradikalismus“. Stolz sei er auf die Entwicklung, die die Geschäftsstelle Völklingen genommen habe. „Wir haben das Vermächtnis von Kurt Hartz und Reinhold Wirtz angenommen“, sagte Lesch. Jene bestimmten in früheren Jahrzehnten die Geschicke der IG-Metall Völklingen. Inzwischen sei die Geschäftsstelle Völklingen zu den erfolgreichsten in Deutschland aufgerückt. Lesch legte Wert darauf, dass die Erfolge nicht das Werk einzelner Personen seien, sondern aller Funktionäre der IG Metall.

Mit den jüngsten Tarifabschlüssen befasste sich Robert Hiry. Trotz erheblicher Gegenwehr und Klageandrohung der Arbeitgeberseite „haben wir uns im Sinne der Beschäftigten durchgesetzt“, sagte Hiry. Nach massiven Warnstreiks und erstmals auch 24-Stundenstreiks, an denen sich Hirys Angaben zufolge alleine aus dem Bereich der Geschäftsstelle Völklingen 7500 Menschen aus sechs Betrieben beteiligten, habe man 4,3 Prozent mehr Entgelt erstritten. Auch die Auszubildenden bekommen mehr (70 Euro im Monat).



Ferner habe sich die IG-Metall mit ihren Forderungen nach flexiblen Arbeitszeiten bei Pflegebedarf von Angehörigen durchgesetzt. Diese Arbeitszeitnovellierung bezeichnete Hiry als „historischen Erfolg“. Sorgen bereitet den IG-Metallern die Entwicklung in der Automobilindustrie. Als Stichworte nannte Hiry den Dieselskandal mit drohenden Fahrverboten und den Brexit mit seinen Auswirkungen auf das Saarlouiser Ford-Werk.

Der neue zweite Bevollmächtigte Ferdinand Weidig, schlug in seiner Antrittsrede gleich Pflöcke ein: Die Gewerkschafter würden so lange kämpfen, bis es gerechte gesellschaftliche Bedingungen für alle Menschen gäbe. Das sei „unser Auftrag“. Der Erfolg der Geschäftsstelle der IG-Metall Völklingen sei der Erfolg langjähriger, konsequenter Arbeit auf der Betriebsebene und innerhalb der IG-Metall. Daran werde er anknüpfen, erklärte Weidig.

(eng)