| 20:36 Uhr

Werksfeuerwehr
Damit alles sitzt, wenn’s mal wirklich brennt

Jahreshauptübung von Werksfeuerwehr und  Rettungsdienst: Dieses Mal stand ein „Brand“ im Verwaltungsgebäude hier im Vordergrund.
Jahreshauptübung von Werksfeuerwehr und  Rettungsdienst: Dieses Mal stand ein „Brand“ im Verwaltungsgebäude hier im Vordergrund. FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Feueralarm bei der Dillinger Hütte: Zu ihrer Jahrshauptübung rückten die Werkswehr und der Rettungsdienst aus.

Feueralarm bei der Dillinger Hütte: Brand im Verwaltungsgebäude – doch glücklicherweise nur ein Übungsszenarium für die Werksfeuerwehr und den Rettungsdienst. Beim Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge befinden sich noch Menschen in dem ansonsten schon geräumten und inzwischen stark „verqualmten“ Gebäude. Die meisten Mitarbeiter konnten mit Hilfe von Räumungshelfern das Gebäude gerade noch rechtzeitig verlassen, etliche klagen aber über Atemnot, Übelkeit und husten stark. „Brand 5“ vermeldet die Werksfeuerwehr der Einsatzzentrale und fordert unter dem Zusatz „Massenanfall an Verletzten“ Verstärkungskräfte an. Auch die Feuerwehr der Stadt Dillingen wird zur Unterstützung alarmiert, ferner die Sanitätskolonne und der Werksarzt.


Parallel laufen in aller Eile, aber ohne Hektik, alle notwendigen Maßnahmen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung an. Nach kurzer Zeit läuft der Einsatz auf Hochtouren. Binnen weniger Minuten treffen nach und nach mit Blaulicht und Martinshorn weitere Lösch- und Rettungskräfte an der Einsatzstelle unmittelbar beim Torhaus 1 ein und werden sofort in den laufenden Einsatz eingebunden.

Inzwischen sind auch die Unterstützungskräfte der Feuerwehr Dillingen vor Ort, übernehmen die Löscharbeiten und die Absicherung auf der linken Flanke. Schon nach kurzer Zeit sind die Eingeschlossenen über die Drehleiter gerettet, die Vermissten aufgefunden und in Sicherheit gebracht worden. Rettungssanitäter und Werksarzt übernehmen die weitere Versorgung der Verletzten. Nicht nur die Zuschauer — zumeist Fachpublikum aus den Reihen der Feuerwehren, der Polizei und des Retttungsdienstes, aber auch Führungskräfte und Mitarbeiter der Hütte — sind zufrieden. Positiv fällt die anschließende Manöverkritik im neu gebauten „Zentrum für Gefahrenabwehr“ aus, das im März 2018 der Werkfeuerwehr zur Nutzung übergeben wurde.

Auf rund 1050 Quadratmeter befinden sich hier die Fahrzeughalle für aktuell zwölf Einsatzfahrzeuge, das Logistiklager, die Werkstatt für die Gerätewartung sowie Büro- und Aufenthaltsräume für die Werkfeuerwehr. In einem nächsten Bauabschnitt sollen unter anderem Sicherheitsleitstelle, Sozialräume, der Krisenstabsraum für den Bereich Werksicherheit sowie der Gesundheitsdienst hier ihren Platz finden, so dass alle relevanten Kräfte des hüttenweiten Sicherheitsmanagements zentral an einer Stelle gebündelt sind. Die Werkfeuerwehr der AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) besteht aus 72 hauptberuflichen Kräften, darunter drei Feuerwehrfrauen, sowie 30 nebenberuflichen Feuerwehrleuten aus verschiedenen Betrieben von Dillinger, so dass rund um die Uhr eine Staffel mit sechs Mann einsatzbereit ist. Neben der Jahreshauptübung leisten die Kräfte regelmäßige Schicht- sowie Wochenübungen. Seit 2016 verfügt die Werksfeuerwehr von Dillinger über eine eigene Höhenrettungs­mannschaft.

Zu den Einsatzgebieten gehören am Standort die Unternehmen Dillinger, die Rogesa Roheisengesellschaft Saar, die Zentralkokerei Saar, das Gichtgaskraftwerk Dillingen sowie der Saarhafen Saarlouis/Dillingen.



(rup)