Container-Platz am Weißkreuzstadion Dillingen ist wilde Müllkippe

Müll : Der Mensch ärgert sich, die Ratte ist zufrieden

„Der katastrophale Zustand der Vermüllung ist nicht mehr hinnehmbar.“ Mit dieser Aussage wird Klaus Kaup kaum Widerspruch ernten.

„Es wäre schön, wenn die Saarbrücker Zeitung sich der Sache annehmen würde. Vielleicht ändert sich dann etwas an der nachfolgend beschriebenen Situation.“ Mit seinen Fotos vom Glas- und Papier-Container-Platz am Weißkreuzstadion in Dillingen schickt Klaus Kaup unserer Zeitung einen Brief, aus dem fast schon Resignation klingt. Das war am 3. Juli. Zwischenzeitlich hat er mehrfach nachgefragt – ebenso wie die SZ bei der Dillinger Stadtverwaltung. Jetzt gibt es Antwort.

Doch zurück zur Lage, über die jene Fotos mehr sagen als Worte. Wie Kaup jetzt mitteilte, passt zunehmend der Begriff von einer wilden Müllkippe. Seinen Brief an Bürgermeister Franz-Josef Berg hat er nach einem Gespräch mit anderen Hundebesitzern geschrieben. Man war sich einig, „dass der momentane katastrophale Zustand der Vermüllung nicht mehr hinnehmbar wäre. Auch fühlten sich Ihre Hunde in Eingangsbereich des Stadions nicht mehr so recht wohl. Originalton Hundebesitzer – die haben Angst vor den Ratten, die unter den Hecken des Stadions eine neue Heimat gefunden haben, trotz einigen Giftködern die dort aufgestellt sind.“

„Dillinger Ostviertel ist Stiefkind“

Kaup: „Was ich und einige Anwohner nicht verstehen ist die Tatsache, dass an großen Sportveranstaltungen, Fußballturnieren, oder wenn Politpromis angesagt sind, alles piccobello aussieht. Zu sagen bleibt, dass diese Vermüllung kein Einzelfall ist, das kommt immer öfters vor.“ Kaup schlägt vor, „erst mal den Müll wegzuräumen, und sich danach schleunigst mit dem Rattenproblem zu beschäftigen“. Auch sollte man die Container nicht nur einmal in der Woche leeren lassen, das Stadion sei schon durch die ganzen Schüler diverser Schulen, die hier Ihren Sportunterricht betreiben und durch andere Sportveranstaltungen höher frequentiert als andere Abstellplätze.

Schließlich hält Kaup eine neue große Hinweistafel im Eingangsbereich des Stadions, dass auf ein Ausführverbot von Hunden hinweist, für empfehlenswert. „Vielleicht könnte man auf diesem Schild auch gleichzeitig auf Sauberkeit im Bereich der Container hinweisen.“ Der Brief an Berg endet mit den Worten: „Das Ostviertel von Dillingen ist nach wie vor ein Stiefkind der Stadt. Einen schönen Abend wünschen Elfi & Klaus Kaup.“

Stadt nennt Verhalten der Müllsünder „verwerflich“

Auf Nachfrage der SZ antwortet die Stadt Dillingen wie folgt: „Die Stadtverwaltung nimmt die illegale Müllentsorgung an den Containerstandorten sehr ernst und rügt das rücksichtslose Verhalten der Verursacher.“ Über die übliche Leerung der Container hinaus (was über den EVS koordiniert wird), versuche die Stadt durch zusätzliche Kontrollen die Schandflecke zeitnah zu reinigen. Dazu wird eine externe Firma eingesetzt.

„Das Unternehmen teilte uns auf Anfrage mit, dass der Stellplatz am 3. Juli (dem üblichen Kontrolltermin) durch die Parksituation unzugänglich war“ erklärt Pressesprecherin Heike Theobald. Eine Säuberung habe jedoch einen Tag darauf stattgefunden. Wegen der Parksituation am Weißkreuzstadion komme es allerdings vor, dass am Abfuhrtag die Container nicht geleert werden können.

Rattenplage ist Realität

Wie auch Kaup erkannt hat, versucht man der Rattenplage entgegenzutreten. Der illegal entsorgte Restmüll ist jedoch ständig eine neue Einladung an die Nager, sich in diesen Ecken zu versammeln. Theobald: „Auch seine Beobachtung, dass die Vermüllung kein Einzelfall ist, ist richtig. Aber sicherlich kein Problem, dass es nur an diesem Standort gibt.“

Weil es ein Dauerthema in der Stadt ist, appelliert die Verwaltung immer wieder an die Dillinger. So heißt es in einer Mitteilung: „Trotz wiederholter Appelle um Rücksichtnahme an Containerstandorten, trotz regelmäßiger Leerung von Containern und zusätzlichem Einsatz einer Fremdfirma, die alle 24 Containerstandorte in Dillingen reinigt: die illegale Müllentsorgung hat mittlerweile unzumutbare Zustände angenommen. Die Stadt rügt das rücksichtslose Verhalten der Verursacher und bittet die Bevölkerung, entsprechende Beobachtungen umgehend zu melden.“

Das Bild, etwa am Weißkreuzstadion nennt die Verwaltung „erschreckend und das Verhalten derer, die solche Zustände verursachen, ist mehr als verwerflich“. Es werde alles versucht, „um das Schandbild der illegalen Müllentsorgung einzudämmen. Vor allem aber, um einer Rattenplage entgegenzuwirken.“

Mindestens Ordnungswidrigkeit: Strafen drohen

Es handelt sich bei dieser Vermüllung nicht um ein Kavaliersdelikt: „Das illegale Abladen von Müll jeglicher Art stellt mindestens eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Ortspolizeibehörde geht gemeldeten Beschwerden aus der Bevölkerung nach“, lässt die Stadt Dillingen wissen. Und: „Zuständig für die Entleerung der Container ist der Entsorgungsverband Saar. Hier wäre es hilfreich, überfüllte Container dem EVS-Kunden-Service umgehend zu melden, Telefon (06 81) 5 00 05 55.“

Die Pressesprecherin fügt einen Hinweis auf die Möglichkeiten der legalen Müllentsorgung hinzu. Das EVS-Wertstoffzentrum in der Paul-Desfossez-Allee 9 bietet kostenlose Entsorgungsmöglichkeit für Papier, Pappe, Altglas und Sperrmüll an. Und Restmüll gehört eben in die graue Tonne. Das EVS-Wertstoffzentrum ist bequem anzufahren, und die Groß-Container bieten ausreichend Platz, den Müll loszuwerden.

Die Öffnungszeiten sind: Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag von 9 bis 12.30 Uhr. Montag und Donnerstag von 13 bis 15 Uhr, Mittwoch und Freitag von 13 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 16 Uhr. Dienstags ist das Wertstoffzentrum geschlossen.