CDU zeigt sich solidarische mit den Dillinger Stahlarbeitern

Stahlkrise : Berg und Heib: „Haben eindeutiges Zeichen gesetzt“

Christdemokraten „sehr getroffen“ von Hiobsbotschaften aus der Stahlindustrie. Thema dringlichkeitshalber sofort im Stadtrat.

„Die Hiobsbotschaft über den Stellenabbau in der saarländischen Stahlindustrie, vor allem am Standort Dillingen, hat uns sehr getroffen“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende der CDU Dillingen, Franz-Josef Berg. Und die CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dagmar Heib, fügt hinzu: „Dillingen als Hüttenstadt lebt von und mit der Hütte.“

„Es kann nicht sein, dass der hochmoderne und umweltfreundlich produzierte Dillinger Stahl durch dreckigen Dumpingstahl aus Fernost vom Weltmarkt verdrängt wird“, erklärt Berg. „Die Bundesregierung und die Europäische Union sind gefordert, endlich Korrekturen vorzunehmen, um eine lebenswichtige, saubere Industrie in Deutschland zu erhalten.“ Es müssten Direktmaßnahmen erfolgen und finanzielle Mittel zur Förderung der CO2-neutralen Stahlerzeugung bereitgestellt werden, fordern die beiden Christdemokraten. „Auch die kommenden Generationen müssen noch in Dillingen die Chance haben, Stahl zu produzieren, nachdem wir Jahrhunderte lang hervorragender Stahlstandort sind“, sagt Heib.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende betont, dass die CDU-Landtagsfraktion und die Landesregierung am Montag in Dillingen ein eindeutiges Zeichen gesetzt hätten. „Mit einer Aktion an den Werkstoren in den frühen Morgenstunden, der Fraktionssitzung am Vormittag in der Stadthalle und der anschließenden Teilnahme an der Kundgebung des Betriebsrates und der IG Metall haben die Verantwortlichen der CDU-Landespolitik Solidarität mit der Dillinger Hütte bewiesen und damit ein klares Bekenntnis zum heimischen Stahl gezeigt.“

Am Montag bewegte sich ein großer Zug der Stahlarbeiter durch die Dillinger Innenstadt vom Hüttengelände zur Betriebsversammlung im Lokschuppen. Dagmar Heib und Franz-Josef Berg marschierten mit. Foto: HEIKE THEOBALD

Bürgermeister Berg, der sich wie viele Kollegen dem Protestzug der Stahlarbeiter durch die Stadt anschloss, versprach: „Wir werden mit aller Entschlossenheit für die heimische Stahlindustrie als wichtigstem Arbeitgeber in unserer Region, kämpfen.“ Auch die geplante Neuerung des CO2-Zertifikatesystems der Europäischen Union sorge für einen unfairen Wettbewerb auf dem Weltmarkt. Berg unterstützt daher nachdrücklich die Forderung von Ministerpräsident Tobias Hans an Berlin und Brüssel, ein SOS-Paket für den saarländischen Hochleistungsstahl sowie ein massives Investitionsprogramm zur Umstellung auf eine CO2-neutrale Produktion aufzulegen.

Auch der FDP-Stadtverordnete und Vorsitzende Helge Lorenz äußert sich zu den aktuellen Entwicklungen bei Dillinger. Aus seiner Sicht sind „übertriebene Regularien der Hauptgrund für die Wirtschaftskrise“. Die saarländische Politik müsse sich dafür einsetzen, dass diese Regularien sowie die Energiepreise wieder auf ein realistisches Maß heruntergefahren werden, meint der FDP-Mann. „Hier sind besonders die saarländischen Minister in Berlin, speziell der zuständige Wirtschaftsminister Peter Altmaier, gefragt“, sagt Lorenz.

Der Stadtrat Dillingen wird keine Sondersitzung zum Abfassen einer Resoluition halten. Vielmehr soll das Stahlthema in der regulären Sitzung an diesem Mittwoch, 2. Oktober, ab 18 Uhr dringlichkeitshalber auf die Tagesordnung gesetzt werden.

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