CDU und SPD auf Augenhöhe

Zweimal absolute Mehrheit im Gemeinderat für die SPD: Rehlingen-Siersburg und Nalbach bleiben in der Hand der Sozialdemokraten. In vielen anderen Kommunen sind jetzt – oft auch neue – Bündnisse zu schmieden.

Wahlabend gestern im Landratsamt Saarlouis. Hier, bei (von links) Alfons Fournier, Sabrina Lorig, Joachim Breunig und Frank Rödel, liefen die Ergebnisse zusammen. Fotos: Thomas Seeber.

Zweimal exakt Gleichstand zwischen CDU und SPD bei den ersten Ergebnissen: je 850 Stimmen in Bous und 1395 in Wallerfangen. "Das kann nicht sein", raunt es durch den großen Sitzungssaal im Landratsamt. Es war wahr, aber es ging lediglich um die Gemeindeergebnisse bei der Europawahl. Ein statistischer Zufall, und keiner kann sich daran erinnern, dass so was schon mal vorgekommen wäre. Dann aber gibt es Unterschiede.

Für den Kreistag Saarlouis erhält die CDU etwas mehr Stimmen als die SPD, 37,4 zu 36,8 Prozent. Beide erlangen 14 von 33 Sitzen. Je zwei gehen an Linke (6,5) und Grüne (6,2 Prozent), die AfD bekommt mit 5,0 Prozent einen Sitz. Piraten, FDP, NPD und FWG schaffen den Sprung in den Kreistag nicht. Die Fortsetzung von Schwarz-rot ist sehr wahrscheinlich.

In der Kreisstadt Saarlouis gewann die SPD 7,7 Prozent (jetzt 35,3) dazu und überrundete die CDU (33,4 Prozent, plus 1,6) als stärkste Kraft. Die Jamaika-Partner Grüne (10,1 Prozent, minus 4,2) und FDP (2,2 Prozent, minus 4,7) ließen kräftig Federn. Jamaika hat keine Mehrheit mehr. Die Linke, die mit 7,1 Prozent etwa so viel verlor, wie die SPD gewann, liegt im Minus. 2 Prozent (jetzt 4,8) verlor die FWG. Nicht im Rat: Die FB Wgr (1,1 Prozent), die NPD (1,7). Neu im Rat sind die AfD (3,7 Prozent) und die Piraten (2,1 Prozent).

Weitgehend wie 2009 stimmte Dillingen ab. Die CDU (43,7 Prozent, plus 2,2) blieb Nummer eins, gefolgt von der SPD (32,7, Plus 3,6). Die Linke verlor mit 1,5 Prozent (jetzt 10,5) vergleichsweise wenig, die FDP viel (2,9 Prozent, minus 4,1). Die Grünen kamen auf 4 Prozent (minus 0,4), die ÖBL auf 6,1 Prozent (minus 0,1).

Ganz aus dem Trend fällt Lebach. Dort verloren die CDU (40,5 Prozent, minus 7,1) und die SPD (27,7, minus 3,8 Prozent). Minus auch bei den Grünen (3,3, minus 2,5) und der FDP (9,7, minus 5,3). Gewinner ist die GUD, die auf Anhieb 8,7 Prozent erhielt; auf Anhieb auch kamen die AfD auf 4,7 Prozent, die Linke auf 3,6 Prozent, die Piraten auf 1,8.

Trotz absoluter Mehrheit noch zugelegt hat die SPD in Rehlingen-Siersburg. Sie erhielt 55,8 Prozent (plus 4,2). Die CDU legte um 1,9 Prozent auf 33,6 zu. Nur wenig, 1,4 Prozent, verlor die Linke (jetzt 4,3 Prozent). Die Grünen stärkten sich um 2,1 auf jetzt 6,2 Prozent.

Auch in Saarwellingen machte die SPD einen Sprung (43,8 Prozent, plus 11,3), auch die CDU legte um 5,6 auf 33,3 Prozent ordentlich zu. Verlierer sind die FWG (minus 4,8, jetzt 12,6 Prozent), die Grünen (minus 3,0, jetzt 3,6 Prozent) und die Linke (minus 3,4, jetzt 4,6 Prozent). Die Piraten holten 2,2 Prozent.

Riesenerfolg in Nalbach für die neue PiB, die 17,2 Prozent schaffte. Sie räuberte bei der SPD (minus 2,0, jetzt 54,1), der CDU (minus 4,0, jetzt 25,5) und den Grünen (minus 1,3, jetzt 3,1 Prozent).

Beträchtliche 8,8 Prozent mehr fuhr in Überherrn die SPD ein (41,8) und überholte die CDU (39,8, minus 0,5) als stärkste Kraft. Die Linke (8,7) verlor 4,8, die FDP (2,6) 3,9 Prozent. Grüne: stabil bei 7,0 Prozent.

Die Wähler in Schwalbach stärken die CDU (42,2 Prozent, plus 4,8) und stabilisieren die SPD (34,4 Prozent, plus 1,2). Die Linke verliert im Kreisvergleich wenig (minus 2,2 Prozent, jetzt 10,1). Grüne (4,0, plus 0,2) und FW/FBL (7,7, plus 0,4) halten ihre Ergebnisse. Die FDP schrumpft von 5,6 auf 1,6 Prozent.

In Bous gewinnt die CDU stark (39,4 Prozent, plus 7,6), auch die SPD legt zu (27,9 Prozent, plus 4,3). Die Linke verliert 6,2 Prozent (11,4), die Grünen (10,4) und die FWG (10,9) halten ihr Niveau.

Ähnlicher Tenor in Ensdorf: CDU (45,4 Prozent, plus 4,0) und SPD (28,3 Prozent, plus 3,3) gehen gestärkt aus der Wahl hervor; die Linke verliert, halbiert sich glatt auf 6,8 Prozent. Die Grünen bleiben stabil (10,4, plus 0,5), die FW Ensdorf verlieren 1,1 Prozent (9,0).

Wallerfangen stimmte im Trend ab und stärkte CDU (35,9 Prozent, plus 3,0) sowie SPD (40,9 Prozent, plus 6). Die Linke sackte um 6,8 Prozent auf 7,4, die FDP um 4,4 Prozent auf 3,2 Prozent. Die Grünen hielten sich (5,6 Prozent, plus 0,7), die FW Wallerfangen legten um 1,4 Prozent zu.

Mit Ausnahme der SPD (plus 5,1, jetzt 42,4 Prozent), der Linken (minus 2, jetzt 5,1 Prozent) und der FDP (minus 2 Prozent, jetzt 1,2 Prozent) bewegten sich Änderungen in Schmelz nur im minus Null-Komma Bereich: Die CDU erreicht 41,9 Prozent (und gibt damit die Rolle der stärksten Fraktion ab), die Grünen 2,9 Prozent, die FWG 6,5 Prozent.

In Wadgassen verliert die Linke mit 5,6 Prozent (jetzt 6,0) viel, die FDP, aus deren Reihen der neue Bürgermeister kam, legt 0,6 Prozent zu (jetzt 8 Prozent). Stärkste Fraktion bleibt die SPD (40,9 Prozent, plus 3,2), die CDU gibt 1,2 Prozent ab (32 Prozent). Die Grünen satteln 2,2 Prozent drauf (7,0), die FWG gibt 1,2 Prozent ab (4,0), die Piraten bekommen 2 Prozent.