Brennstoffzelle als Bestandteil eines innovativen Heizsystems

Brennstoffzelle als Bestandteil eines innovativen Heizsystems

In vielen deutschen Wohnungen wird immer noch sehr viel Energie verschwendet, da zahlreiche Heizungsanlagen überaltert sind. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten durch den Einsatz neuer Heizsysteme Energie zu sparen.

Von außen weist wenig darauf hin, dass das Haus von Familie Bossler in der Eichelscheider Straße in Jägersburg etwas Besonderes ist: Seit einigen Tagen sind die Bosslers zum einen Herr und Herrin über eine Brennstoffzelle als Kernstück der Energieversorgung, zum anderen auch Teil eines europaweiten Feldtest für diese innovative Technik. Die liefert auf elektrochemischem Weg gleichzeitig Strom und Wärme.

Neu ist das System der Brennstoffzelle dabei nicht - in privaten Wohnhäusern war diese Form der Energiegewinnung bislang allerdings nicht zu finden. Jürgen Schirra, Pressesprecher der Stadtwerke Homburg - neben dem Brennstoffzellen-Anbieter Baxi Innotech Partner der Jägersburger Energieoffensive - erläuterte bei der Vorstellung der Anlage vor einigen Tagen die genauen Hintergründe. "Das Konzept der Brennstoffzelle ist bereits seit langem bekannt, das System gibt es seit 1833." Allerdings, so erklärt Schirra weiter, sei es in der Vergangenheit kaum gelungen, neben Einsätzen beim Militär und der Raumfahrt, diese effiziente Form der Energiegewinnung aus Wasserstoff und Sauerstoff im großen Stil nutzbar zu machen. Das solle sich nun ändern.

Die eigentliche Brennstoff-Zelle allerdings kündet kaum vom großen Anspruch, vielmehr gleicht sie in Form und Umfang eher einem handelsüblichen Kühlschrank. In den kommenden Monaten soll sie nun bei Familie Bossler ihre nötige Marktreife beweisen. Jürgen Schirra: "Das kann eine kleine Revolution im Keller werden."

Wolfgang Ast, der Geschäftsführer der Stadtwerke Homburg, nannte die bislang übliche Heizungs-Versorgung in privaten Haushalten ein "enormes Einsparpotenzial, denn in Deutschlands Kellern stehen zur Zeit noch sehr viele alte und marode Heizungssysteme." Neue Heizungssysteme seien da dringend angeraten. Doch wie kann eine solche neue Technik aussehen? Wolfgang Ast verdeutlichte, dass sich der Einsatz von Mini-Blockheizkraftwerken im Bereich von Ein- und Zweifamilienhäusern als eher unwirtschaftlich erwiesen hätte. "Deswegen denken wir, dass die neue Brennstoffzellen-Technik möglicherweise die Wirtschaftlichkeit eben bei Ein- und Zweifamilienhäusern sicherstellt."

Familie Bossler selbst kam über eine Ausschreibung der Stadtwerke nun in den Genuss, Testhaushalt für den europaweiten Feldtest dieser neuen Brennstoffzellen-Technik zu werden, "ihre Bewerbung brachte alle nötigen Voraussetzungen mit", so Jürgen Schirra zum Hintergrund der Auswahl. Friedrich Bossler begründet die Entscheidung, am Wettbewerb der Stadtwerke teilzunehmen, damit "dass unsere Heizung schon sehr alt war und Probleme machte. So war unsere Überlegung, sowieso eine neue Heizung einbauen zu lassen." Als sie dann ausgewählt worden seien, "haben wir uns tierisch gefreut".