1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Dillingen

Bildung für mehrere Generationen

Bildung für mehrere Generationen

1964 gegründet, bot die VHS-Dillingen anfangs Kurse für Schreibmaschine, Steno und Lochkarten für Großrechner. Rund 600 000 Unterrichtsstunden später feierte Dillingen nun den 50. Geburtstag der Volksbildungsstätte.

Ein halbes Jahrhundert voller Bildungsangebote feierte die VHS-Dillingen am Freitagabend in der Dillinger Stadthalle. Etwa 600 000 Unterrichtsstunden seien bislang geleistet worden, sagte der frühere VHS-Leiter Dr. Heinz Mathey.

Pro Jahr verzeichnet die VHS-Dillingen um die 3000 Kursteilnehmer bei durchschnittlich 9000 Unterrichtsstunden . 40 hauptamtliche Mitarbeiter sorgen für das umfassende Programm. Angefangen hatte es mit der Gründung am 16. November 1964. Erste Kurse liefen ab Frühjahr 1965 mit 21 Angeboten. Heute sind es 273. Anfangs befand sich die VHS-Dillingen in der Odilienschule, ab 1977 im Keller der Meguinschule. 1988 ging es in die Stadthalle, deren ehemaliger Hoteltrakt dafür umgebaut worden war. 1990 zogen VHS-Verwaltung, EDV und Sprachen in das umgebaute ehemalige Finanzamt am Hoyerswerdaplatz.

Steil nach oben ging es nun. Die Stadthalle managte man als Kulturtreff, im Jahr 1999 wurden etwa 5000 Teilnehmer in 21 000 Unterrichtsstunden unterrichtet. Mit der wirtschaftlichen Rezession Anfang der 2000er Jahre wurde die VHS-Dillingen auf den Entwicklungsstand von vor 1990 zurückgeworfen.

Das Management der Stadthalle musste aufgegeben werden, ebenso das Kulturprogramm. Außerdem mussten hauptamtliche Weiterbildungslehrer entlassen werden. Erst 2005 ließ sich der Abwärtstrend stoppen. "Mit 40 Mitarbeitern sind wir auch ein Wirtschaftsunternehmern", sagte der VHS-Vorstandsvorsitzende Andreas Krüger am Freitag in einem Podiumsgespräch mit Moderatorin Julia Becker.

Als neue große Aufgabe bezeichnete der langjährige VHS-Leiter Mathey die Integration von Menschen aus anderen Ländern. Unter anderem die VHS sei hier eine wichtige Institution, um sie in die Gesellschaft einzubinden. Dass dies und auch das umfassende Kursprogramm gelingt, dafür dankte Mathey allen Mitarbeitern und Helfern. Die Bedeutung der VHS-Dillingen für die Stadt stellte Bürgermeister Franz-Josef Berg heraus. Dazu trage auch der große Einzugsbereich über Dillingen bei.

"Ist Erziehung des Kleinkindes nur Sache der Mutter?" So lautete einer der frühen Kurse 1965, erinnerte sich VHS-Gründungsmitglied Dr. Klaus Aatz. Auf die politische Bedeutung wies Heinz Mathey hin: "Mit VHS wollte man mehr Demokratie wagen." Deshalb müssten Volkshochschulen eine weitere Säule des Bildungssystems werden, ergänzte Karsten Schneider, Karsten Schneider, Direktor des Verbandes der Volkshochschulen des Saarlandes.