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Bilder mit lesbarem Inhalt

Dagstuhl. Noch bis Mittwoch, 2. Oktober, sind im Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl Arbeiten des Malers Peter Amici zu sehen. Unter dem Titel „Bilder“ zeigt der gebürtige Schweizer eine Auswahl neuerer Werke, die zwischen 2008 und 2013 entstanden sind. Von SZ-Mitarbeiterin Sylvie Rauch

Zur Realisierung der unterschiedlichen Motive nutzt Peter Amici nicht nur Acrylfarben und Tusche, sondern auch eine sehr spezielle Technik - die Monotypie. "Die Bilder entstehen durch ein dünnes Blatt Papier, auf dessen Unterseite eine Farbschicht aufgetragen wird. Dieses lege ich auf ein weiteres Blatt Papier und zeichne dann auf die Rückseite. So drückt sich meine Zeichnung durch", erklärt der Maler.

Gefragt nach dem Ansatz seiner Arbeit, umschreibt Amici sein Schaffen als eine intensive Auseinandersetzung mit dem Material. Er könne noch so ein schönes Motiv im Kopf haben, wenn es sich mit dem von ihm gewählten Material nicht umsetzen lasse, wäre es hinfällig, betont der Maler. Generell schätze er es sehr, wenn die Bilder einen lesbaren Inhalt haben, also nicht einfach naturalistisch gemalt sind. Die Arbeiten, die in Dagstuhl ausgestellt sind, zeigen ganz unterschiedliche Motive. Hinter allen steht jedoch eine emotionale Bindung oder Faszination des Künstlers. So entstehen viele seiner Zeichnungen direkt in der Natur, in den Bergen während Wanderungen.

Wanderung in Spanien

"Die Berge liegen mir sehr nah. Ich kann dort im direkten Erleben der Natur zeichnen. Sie schenkt mir die Bilder, die auf meinem Zeichenblock entstehen", erzählt der gebürtige Schweizer. Eine weitere Reihe von Werken hat ihren Ursprung in einer Wanderung in Spanien. Vor etwa zehn Jahren wanderte Amici den Jakobsweg durch Frankreich und Spanien. Dort fertigte er in sehr schnellen Folgen Zeichnungen an, die er nun nach einer langen Zeit wieder als Inspiration für neue Bilder nutzte.

Auch von der östlichen, der asiatischen Welt ist der in Deutschland lebende Maler fasziniert. Das schwarze Papier, das die Grundlage für eine weitere Folge von Bildern ist, bekam Amici aus Japan. Daraus wollte er etwas machen, was mit der östlichen Kultur zu tun hat, aber ohne das Offensichtliche zu nutzen. So entstanden Bilder, weiße Acrylfarbe auf schwarzem Papier, die ganz aus dem Duktus des Künstlers, aus Grundelementen in lesbarer Form entstanden. Denn Amici verbindet mit der östlichen Kultur vor allem die Grundelemente, Punkte und Linien, aus denen nach und nach Strukturen entstehen.

Faszinierend ist eine weitere Serie von Bildern, die zum einen auf den Seiten eines alten portugiesischen Gedichtbandes, zum anderen auf kopierten Kompositionsskizzen eines Freundes entstanden. Hierzu übermalte Amici die Papierbögen, jedoch ohne den Ursprung darauf zu zerstören. Für ihn war das Reizvolle daran, dass sich auf den Blättern bereits eine geistige Form der Kunst befand.

Peter Amici arbeitet seit 1985 als freier Maler. Er lebt in Braunfeld in Deutschland. Dort hat er auch sein Atelier, in dem er jeden Tag - außer am Wochenende - in einem festen Rhythmus arbeitet. Die Regelmäßigkeit darin helfe ihm sehr bei der Arbeit, und die Kontinuität fördere vieles zutage.

Die Ausstellung "Bilder" läuft noch bis zum Mittwoch, 2. Oktober, im Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, acht bis 16 Uhr; Freitag, acht bis 13 Uhr, Anmeldung unter Telefon (0 68 71) 90 50.

dagstuhl.de/Kunst