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Betrunken fahren ist nicht einfach

 Startschuss zur landesweiten Verkehrssicherheitskampagne mit Schirmherrin Anke Rehlinger am TGBBZ Dillingen am Fahrsimulator. Rechts steht Schulleiter Werner Thiel. Foto: Rolf Ruppenthal
Startschuss zur landesweiten Verkehrssicherheitskampagne mit Schirmherrin Anke Rehlinger am TGBBZ Dillingen am Fahrsimulator. Rechts steht Schulleiter Werner Thiel. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Dillingen. Was man im Alltag besser nicht versuchen sollte, durften Schüler des TGBBZ Dillingen gestern testen: betrunken Auto fahren. Ein Promille-Simulator machte das möglich. Er ist Teil einer bundesweiten Kampagne. Nicole Bastong

Ministerin Anke Rehlinger fährt die Straße entlang, mit 0,8 Promille am Steuer. Zunächst sieht es noch aus, als hätte sie alles im Griff. Doch schon bald macht das Auto einen Schlenker, sie bremst zu spät, es kracht: Unfall.

Ein Promille-Simulator stellte gestern am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum Dillingen (TGBBZ) anschaulich dar, wie schwierig es ist, betrunken ein Auto zu fahren. Die Wirtschaftsministerin machte den Anfang; als diesjährige Schirmherrin der bundesweiten Kampagne "Don't drink and drive" (DDAD), die bis Juli an acht saarländischen Berufsschulen Station macht. Seit 1983 gibt es die Kampagne DDAD schon, unterstützt wird sie unter anderem von Bundesverbänden der Alkoholwirtschaft und vom ADAC . "Wer fährt, bleibt nüchtern", lautet die simple Botschaft. Gerade im Saarland ist Alkohol am Steuer wieder ein brandaktuelles Thema: 2014 stieg die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss auf 738 an, ein Jahr zuvor waren es 715. Auch die Zahl der Unfallopfer erhöhte sich. "Das ist keine abstrakte Gefahr", meinte dazu Ministerin Rehlinger: Selbst wenn man nicht zu Schaden käme, könne ein Alkoholunfall schnell strafrechtliche Konsequenzen haben, "die einem das ganze Leben verbauen", mahnte sie.

An acht Berufsschulen mit Schwerpunkt Kfz und Technik macht die "DDAD-Academy" im Saarland Station, Dillingen war gestern der Auftakt, bei dem 260 Schüler im Kfz-Bereich geschult wurden und auch am eigenen Leib erfahren durften, wie sich schon ein paar Glas Bier oder Wein auf die Sinne und die Fahrtüchtigkeit auswirken.

"Richtig scheiße" fühle es sich an, betrunken zu fahren, meinte Hanna Hector aus Beckingen, nachdem sie den Promille-Simulator getestet hatte. Die angehende Kfz-Mechatronikerin hat seit acht Monaten den Führerschein, und für sie steht sowieso fest: "Es ist vollkommen richtig, sich nur nüchtern ans Steuer zu setzen!"