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Bereits drei Lebensretter gefunden

Bereits drei Lebensretter gefunden

Dillingen/Lebach. Drei Lebensretter und über 70 000 Euro Spenden - das ist das bisherige Ergebnis der Typisierungsaktionen für Stefan Schlosser, Patrick Stattek und andere. 3092 Saarländer hatten sich am 15

Dillingen/Lebach. Drei Lebensretter und über 70 000 Euro Spenden - das ist das bisherige Ergebnis der Typisierungsaktionen für Stefan Schlosser, Patrick Stattek und andere. 3092 Saarländer hatten sich am 15. November vergangenen Jahres bei einer riesigen Typisierungsaktion in der Dillinger Stadthalle als mögliche Stammzell-Spender bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Nochmal 850 potenzielle Lebensretter waren bei einer Typisierungsaktion an der Universität des Saarlandes dabei. Kampf hat sich gelohntBeide Aktionen haben die Familie und Freunde von Stefan Schlosser aus Dillingen organisiert. Der 26-Jährige war vor knapp zwei Jahren an Leukämie erkrankt. Alle Therapieversuche schlugen zunächst fehl. Deshalb hatte die Familie gemeinsam mit der DKMS die Typisierungsaktionen ins Leben gerufen. Dabei ging es Stefan nicht nur um sich selber. "Wer sich registrieren lässt, um mir zu helfen, sollte wissen, dass er auch für andere als Spender in Frage kommt. Das Schönste für mich wäre, wenn nicht nur für mich, sondern auch für jemand anderen ein Spender rauskommen würde", sagte er damals. Sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, sein Kampf hat sich gelohnt.Zwar hat er selber bei der Aktion keinen Spender gefunden, aber ihm half eine neuartige Stammzellentherapie an der Uniklinik in Mainz. Dort hatte Stefan an einer Studie teilgenommen. Jetzt geht es ihm wieder besser. Er hofft, bald wieder mit seinem Studium und dem Handball beginnen zu können. Sein Dank gilt vor allem seiner Schwester und den vielen Helfern. "Ohne ihren Einsatz wäre das alles nicht möglich gewesen", sagt er heute.Und drei anderen Menschen konnte dank der Typisierungsaktionen Ende 2009 womöglich auch das Leben gerettet werden. "Aus der Aktion in Dillingen sind zwei Spender hervorgegangen und einer aus der Typisierung an der Saar-Uni", berichtet Maria Kostoglou von der DKMS. Nur gesunde StammzellenEinen Spender gefunden, wenn auch nicht im Saarland, hat auch Patrick Stattek. Der 36-jährige Familienvater aus Lebach-Steinbach litt an einer bösartigen Knochenmarkserkrankung, der so genannten Osteomyelofibrose. Ob er die Krankheit endgültig überstanden hat, wird die nächste Knochenmarkuntersuchung zeigen. Doch eines war klar: Nur gesunde Stammzellen konnten ihm das Leben retten. Deshalb rief auch er dazu auf, an der Typisierungsaktion in Dillingen teilzunehmen. Und er organisierte eine Typisierung in Lebach. Dort haben sich über 50 Menschen bei der DKMS registrieren lassen. 33 kamen nach Angaben von Maria Kostoglou noch bei einer Firmentypisierung in Lebach dazu, sechs bei einer Typisierung an der Homburger Uniklinik und 16 Menschen waren Briefspender. "Es ist toll, wie viele Leute sich engagiert haben, auch mit Spendenaktionen", dankt Patrick Stattek den Helfern. "Das war ein riesiger Erfolg, auch finanziell", freut sich Kostoglou. Auf dem Konto der Aktion seien bis heute über 70 000 Euro eingegangen. Eine wichtige Hilfe, denn die DKMS ist auf Spenden angewiesen. Jede Typisierung kostet die DKMS 50 Euro. Und es könnten noch mehr Saarländer, die sich bei den Typisierungen in Dillingen, Saarbrücken und Lebach als mögliche Blutstammzell-Spender registrieren ließen, zum Lebensretter werden. Kostoglou: "38 sind bei konkreten Fällen noch in der engeren Auswahl."

Auf einen BlickRund 3,9 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell als mögliche Stammzell-Spender registriert, rund 2,21 Millionen sind es allein bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Und die Zahl wächst. Derzeit können von der DKMS pro Tag zehn Spender vermittelt werden. Vor einem Jahr waren es noch acht. Mehr Infos zur Spende von Blutstammzellen gibt es bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS, unter der Telefonnummer (0 70 71) 94 30 oder im Internet. dög