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Konzert
Bachs strahlende Festmusik ertönt im Dillinger Saardom

Dillingen. Bereits sein 25-jähriges Bestehen vor vier Jahren krönte Der Andere Chor mit einer gelungenen Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, einem der wohl feierlichsten Weihnachtskonzerte überhaupt. Mit diesem Lieblingswerk von Thomas Bernardy soll jetzt das 30-jährige Bestehen eingeläutet werden, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Das Weihnachtsoratorium ist am Samstag, 16. Dezember, um 20 Uhr im Saardom Dillingen zu erleben. Und auch dieses Mal kann der Organist und Dekanatskantor am Saardom auf ein bewährtes Ensemble zurückgreifen. Von Jutta Stamm

Chorleiter Thomas Bernardy sieht das Weihnachtsoratorium als „großen musikalischen Schatz“ an, der ihn seit Kindheitstagen begleite. Bereits mit zwölf Jahren habe er es sich zu Weihnachten gewünscht – und auch bekommen, erzählte er im Jubiläumsjahr 2013. „Von strahlender barocker Festmusik bis hin zum intimsten verinnerlichten Klang entfaltet sich in diesem Weihnachtsmysterium der ganze Kosmos eines genialen, gläubigen, spirituellen und suchenden Menschen Johann Sebastian Bach“, schwärmte der Künstler.


Wichtig sei ihm eine freudig, tänzerische Gestaltung der „swingend“ angelegten exaltierten Teile. Schon das berühmte „Jauchzet, frohlocket“ ist mit keck aufstampfender Pauke und den hellstimmig schmetternden Pikkolotrompeten fast eine Aufforderung zum Tanz. Jedoch als ebenso wichtig sieht Bernardy es an, die fast meditativ anmutende ruhige Ausstrahlung der betrachtenden Sequenzen herauszuarbeiten.

Ein Akt der Balance, der dem erfahrenen Chorleiter dank seines meisterlich geschulten Jubelchors sowie der Solisten Anne Katrin Fetik, Sopran (Saarbrücken), Anne Bierwirth, Alt (Frankfurt), Florian Cramer, Tenor, ein absoluter Barockspezialist aus Freiburg, und Vinzenz Haab, Bass, aus Saarlouis – überaus zuverlässige Kräfte, die mit der Musik von Bach geradezu blind vertraut sind – ein weiteres Mal gelingen wird.

Bach hatte das Weihnachtsoratorium als Zyklus von sechs Kantaten zur Einstimmung auf die Festtage zum Jahreswechsel 1734/35 komponiert. Gedacht waren sie für die drei Weihnachtstage, für Neujahr, den Sonntag danach und den Dreikönigstag. Darunter finden sich prächtige Chöre, Rezitative und emotional gefärbte Arien, in denen die Solisten mit einzelnen Instrumenten Zwiesprache halten, sowie ein Choral, der das Kirchenlied der Gemeinde repräsentiert. Zu hören sind die ersten drei Kantaten dieses Zyklus.

Karten zwischen 22 und 18 Euro unter www.ticket-regional.de sowie bei allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen.