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"Auf den Mittelstand ist Verlass"Bildung und Tourismus als Schlüsselelemente

"Auf den Mittelstand ist Verlass"Bildung und Tourismus als Schlüsselelemente

Losheim. Der Vorstandssprecher der Vereinigung Losheimer Unternehmen (VLU) Norbert Heinz empfing eine große Anzahl an Gästen, allen voran den Vizepräsidenten des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung Saarland, Andreas Herzer. Wie Heinz in seiner Ansprache betonte, habe die VLU in der Vergangenheit wichtige Aktivitäten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Losheim unternommen

Losheim. Der Vorstandssprecher der Vereinigung Losheimer Unternehmen (VLU) Norbert Heinz empfing eine große Anzahl an Gästen, allen voran den Vizepräsidenten des Landesverbandes Einzelhandel und Dienstleistung Saarland, Andreas Herzer. Wie Heinz in seiner Ansprache betonte, habe die VLU in der Vergangenheit wichtige Aktivitäten zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Losheim unternommen. Besonders erfreut zeigte er sich, dass man im saarlandweiten Vergleich für den Einzelhandel Platz zwei weit vor den zentralen Orten im Landkreis belege.

Erfolg durch kurze Wege

Motor dieses Erfolges sei der leistungsstarke Mittelstand, ganz besonders die Zusammenarbeit der Losheimer Wirtschaftsbetriebe untereinander und die kurzen Wege zu den Entscheidungsträgern in Politik und Verwaltung. Zudem stellte Heinz auch für die Zukunft Forderungen auf, an denen man weiter mit Nachdruck arbeiten werde.

So müsse Losheim endlich bei den Verantwortlichen in der Politik auf Landesebene den Stellenwert erfahren, den es sich seit langem bereits erarbeitet habe. Eine weitere zentrale Forderung für den Wirtschaftsstandort Losheim ist die Fertigstellung der Nordumfahrung Merzig und damit die staufreie Anbindung an die Verkehrsachse A 8. Auch bat er die Entscheidungsträger der Firma Homanit, dafür zu sorgen, dass der Werksstandort Niederlosheim und damit ein wichtiger Arbeitgeber der Region erhalten bleibe.

Abschließend führte Heinz aus, dass gerade auf die hiesigen Familienunternehmen, den Mittelstand und die Mitgliedsbetriebe sowie die Politik in Losheim Verlass ist. "Sie zeigen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und politische Verantwortung" sagte Heinz. Es gelte, mit Weitblick, Ideenreichtum und Engagement dem demografischen Wandel entgegen zu wirken und für einen lebenswerten Ortskern zu sorgen.

Mit dem Konsumverhalten allgemein befasste sich der Vizepräsident des Einzelhandelsverbandes, Andreas Herzer. Trotz aller negativer Einflüsse und schlechter Nachrichten habe sich der Verbraucher in der Vergangenheit nicht die Kauflaune verderben lassen, berichtete er.

Herzer hob insbesondere die Wichtigkeit und Bedeutung des Handels für den Wirtschaftsstandort Saarland heraus. Deshalb werde es auch künftig wichtig sein, im ständigen Dialog und Meinungsaustausch mit Kommunen, Kammern, Verbänden, der Landesplanung und Wissenschaft hierauf hinzuweisen. Die Stärkung der innerörtlichen Lagen und damit einer weiteren Verödung der Ortslagen gilt es, im Zeichen des demografischen Wandels entgegen zu wirken. mtn

Losheim. Bürgermeister Lothar Christ teilte im Rahmen des Neujahrsempfanges mit, dass die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde auf 4,5 Millionen Euro angestiegen seien. Auch die Steigerung der Einkommenssteuer sei ein wichtiger Indikator einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung Losheims. Dabei seien es gerade Handels- und Dienstleistungen sowie starke Handwerksbetriebe gepaart mit der touristischen Anziehungskraft, die den Wirtschaftsstandort Losheim so stark machen. Aber ohne den großen Markt in der Haagstraße und die Fachmarktzentren wäre der Ortskern sicherlich nicht so stark, erklärte Christ.

Für eine attraktive Kommune sei auch das Angebot an Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen wichtig, erläuterte Bürgermeister Lothar Christ: "Hier wird die Gemeinde bis Ende des Jahres rund sieben Millionen Euro in die Bildung investieren." Ausschlaggebend für die Stärke des Wirtschaftsstandortes Losheim seien, so Christ, die Dienstleistungsbetriebe mit über 30 Ärzten, den Angeboten im Gesundheits- und Wellnessbereich, dem Krankenhaus mit der konservativen Orthopädie und die Handwerksbetriebe im Ortskern. "Noch attraktiver machen Losheim die Investitionen in den Tourismus, da zehn Millionen Euro an zusätzlichen Umsätzen durch den Tourismus in der Gemeinde generiert werden." Christ betonte, dass es nicht nur gelte, die "weichen" Standortfaktoren auszubauen, auch die "harten" Infrastrukturfaktoren müssten verbessert werden. Dazu gehöre etwa die Nordsaarlandstraße als Anbindung an die Saarschiene und Luxemburg. Genauso wolle man künftig weiter dafür kämpfen, dass die Benachteiligungen durch den Landesentwicklungsplan Siedlung beseitigt werden. Im Ringen um den Mittelzentrumsstatus will man aber nicht auf Konfrontation zu den Nachbarstädten gehen, sondern kooperieren, wie Christ sagte. In diesem Zusammenhang mahnte er neben der finanziellen Benachteiligung der Gemeinde auch die fehlende Zuweisung an Baugrundstücken an. "Junge Familien können ihren Wohnraumbedarf nicht mehr in der Gemeinde decken, wandern stattdessen in andere Kommunen ab", erklärte Christ. Mit der Erschließung von Süd III im unmittelbaren Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet Süd II würden auch wieder Gewerbeflächen für ansiedlungswillige Gewerbetreibende, aber auch Expansionsmöglichkeiten für bestehende Gewerbebetriebe geschaffen, da alle sonstigen Gewerbeflächen restlos ausverkauft sind. red