Als in Nalbach die Zukunft begann

Als in Nalbach die Zukunft begann

Berittene Boten waren Jahrhunderte lang die schnellste Form der Datenübermittlung. Dann kam im 18. Jahrhundert der optische Telegraf. Am Sonntag wurde auf dem Litermont bei Nalbach der 200. Jahrestag einer Station der Telegrafenlinie Metz-Mainz gefeiert.

Nachts ging schon mal gar nichts. Selbst für kurze Nachrichten musste es hell und klar genug sein. Dann dauerte es immer noch viele Stunden, um einen mittelgroßen Text rund 500 Kilometer weiter zu senden. Trotzdem war das System optischer Telegrafenstationen vor gut 200 Jahren ein enormer Fortschritt der Datenübermittlung. So eine Station steht als Nachbau seit 2006 auf dem Litermont bei Nalbach. Nach historischen Bauplänen errichtet vom Förderverein Optische Telegrafenstation Litermont.

Am Sonntag feierte der Förderverein vor Ort den 200. Jahrestag der alten Anlage aus dem Jahr 1813. Der heutige Turm ist 7,40 Meter hoch und hat einen Durchmesser von vier Metern. Ausgerichtet ist er auf Nachrichten von den damaligen Stationen Siersberg und Hoxberg.

Nachrichten für Napoleon

Die ursprüngliche Telegrafenstation auf dem Litermont war am 29. Mai 1813 entstanden. Sie beruhte auf dem 1790 entwickelten System des Ingenieurs Claude Chappe und war Teil der Linie Paris-Metz-Mainz. Diese belieferte Napoleon nach dem verlorenen Russland-Feldzug mit Informationen über das Geschehen an der Ostgrenze.

Doch die Station bestand nicht mal ein Jahr. Sie wurde Anfang 1814 von preußischen Truppen zerstört. Es war auch kein Turm aus Stein, sondern ein Holzgestell mit Dach. Darüber erhob sich der Signalmast mit seinen variablen Stellgliedern. Der ehemalige Standort lag im Bereich des heutigen Gipfelkreuzes.

Gemeinde bleibt dabei

Die Gemeinde Nalbach werde die Sache weiter unterstützen und sich auch zukünftig an der Unterhaltung der Anlage beteiligen, sagte Bürgermeister Peter Lehnert. Denn "wir sind uns bewusst, das ist ein Schmuckstück".

Zuvor hatte Urban Nalbach vom Förderverein in napoleonischer Uniform die Gäste begrüßt. Der Nachbau habe bei Historikern, Vereinen und Touristen reges Interesse geweckt. Es gebe Kommunen, die demnächst ebenfalls mit einem Nachbau die alte Telegrafenlinie Metz-Mainz vervollständigen wollten.

Als "großartige Konstruktion" bezeichnete Marcel Malevialle vom Partnerverein aus Saint Martin bei Metz die Station. Ein Vorläufer von Internet und E-Mail sei sie gewesen.