Alois-Lauer-Förderpreis 2019 für Florian Bochen und Malvina Garner

Alois-Lauer-Stiftung : Preise für Forschung zu Krebs und Yoga

„Herausragend“ und „hervorragend“: So sind jetzt zwei Forschungsarbeiten bewertet und mit dem Alois-Lauer-Preis für Medizin ausgezeichnet worden.

„Das ist definitiv ein Abenteuer“, sagt Florian Bochen, 31, über seine Forschungsarbeit. „Wir bestehen aus Unmengen an Zellen, und dann funktioniert an einer Stelle etwas nicht, und es entsteht Krebs. Aber man weiß nicht warum.“ Bochen ist Molekularbiologe und Träger des Alois-Lauer-Förderpreises für Medizin 2019.

In Paderborn geboren kam er zum Universitätsklinikum in Homburg. Dort forscht er seit rund sechs Jahren im Labor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Seine Arbeit trägt den für Außenstehende kryptischen Titel „Einfluss der 3q-Onkogene SEC62 und SOX2 auf die lymphogene Metastasierung von Kopf-Hals-Tumoren“. Dabei ist 3q der Abschnitt eines Chromosoms, SEC62 und SOX2 sind Proteine, die zur Wucherung einer Zelle führen können.

Bochen beschäftigt sich mit Krebserkrankungen im Kopf- und Hals-Bereich. Daran sterben bislang etwa 50 Prozent aller davon betroffenen Patienten. Er hat untersucht, welche Vorgänge dabei auf molekularer Ebene ablaufen. Denn aus dem besseren Verständnis der Mechanismen könnten sich neue Behandlungsansätze ergeben. So weisen Analysen von Proben erkrankter Personen auf eine erhöhte Neigung zur Metastasenbildung hin, wenn deutlich mehr SEC62 vorliegt und wenig SOX2. Damit verbunden ist eine deutlich verkürzte Überlebenschance der Patienten. Um die Ergebnisse in der praktischen Behandlung anzuwenden, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Aber jetzt schon ist ein Wirkstoff identifiziert, mit dem sich potenziell die metastasierende Wirkung von SEC62 unterdrücken lässt.

„Man muss eine hohe Frustrationstoleranz haben“, sagt Bochen über seine Arbeit. Was auf den ersten Blick erfolgversprechend aussehe, erweise sich Jahre später als Fehlschlag. „Und dann geht es wieder von vorn los.“ Sein Durchhaltevermögen hat ihm nun den Alois-Lauer-Förderpreis für Medizin 2019 eingebracht. Verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. „Herausragend“ steht auf der Urkunde von Florian Bochen.

Auf der Urkunde von Malvina Garner, 28, steht „hervorragend“. Mit diesem knappen Unterschied erhielt sie den Anerkennungspreis und 1000 Euro für ihre Promotionsarbeit über „Struktureller Effekt im Gehirn durch Hatha Yoga“. Garner arbeitet in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie ebenfalls am Uniklinikum in Homburg. Sie untersuchte, was in der Struktur unseres Gehirns passiert, wenn zehn Wochen lang einmal die Woche 90 Minuten Yoga gemacht wird. Zu den beiden Vergleichsgruppen gehörte eine, die Sport machte, sowie eine weitere, die nichts von alledem tat.

Nur zehn Trainingseinheiten später zeigte sich bei der Yoga-Gruppe eine deutliche Zunahme in der Dichte des Hippocampus. Dieser Hirnteil ist unter anderen maßgeblich an Emotionen beteiligt. Eine geringe Dichte steht beispielsweise mit andauerndem Stress in Verbindung, hohe Dichte bedeutet eine gelassenere Reaktion auf die Außenwelt. Damit bestätigte Garner auf der Basis neuronaler Strukturen im Gehirn die positiven Effekte von Yoga.

Mit dem Förderpreis für Medizin zeichnet die Alois-Lauer-Stiftung junge im Saarland tätige Wissenschaftler aus, die auf dem Gebiet der Medizin herausragende Leistungen erbracht haben. Benannt ist der Preis nach dem Gründer der Stiftung, dem 1901 in Nalbach geboren Alois Lauer, der 1984 als Ehrenbürger der Stadt Dillingen/Saar gestorben ist.