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Die meisten Kunden in Saarlouis halten sich an die Maskenpflicht

Kostenpflichtiger Inhalt: Umfrage am Tag eins der Maskenpflicht : Die große Maskerade in Saarlouis hat begonnen

Seit diesen Montag gilt im Saarland die Maskenpflicht. Die SZ hat in Saarlouis nachgefragt, ob sich die Menschen daran halten.

Die Formen unterscheiden sich nur in Nuancen. Im Gegensatz zu den unzähligen Farben und Mustern der Masken. In sattem Grün, gedecktem Blau oder mit weißen Sternen auf schwarzem Stoff werden sie von den Menschen getragen. Es ist der erste Tag, an dem die Pflicht zum Maskentragen im Saarland beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr gilt. „Natürlich gibt es wie immer auch Leichtsinnige und Übervorsichtige. Im Großen und Ganzen habe ich bislang den Eindruck, dass die Menschen verantwortungsvoll mit der Pflicht zum Tragen einer Maske umgehen“, meint Klaus Hafner. Auch der 76-Jährige trägt an diesem Tag eine Maske: „Da ich einkaufen gehe“, erklärt Hafner.

Noel Habeck und sein Vater Andreas Habeck. Foto: Markus Renz

Andreas Habeck war mit seinem Sohn Noel gerade einkaufen; ein neues Fahrrad für den Sechsjährigen. „Mir macht das Maskentragen nichts aus“, sagt Noel. „Nur manchmal wird es etwas warm dahinter“, meint er. Sein Vater ist froh, die Maske nicht fortwährend tragen zu müssen: „Das wäre schon sehr anstrengend. Es ist einfach noch ungewohnt. Trotzdem zum Einkaufen geht das.“ Ihre Masken haben Vater und Sohn von einer Bekannten bekommen.

Das Fahrradgeschäft "Sport Hauschildt" in Saarlouis. Foto: Markus Renz

Dagmar Hauschildt, Junior-Chefin bei „Sport Hauschildt“ in Saarlouis hat ihre Maske von ihrer Mutter geschenkt bekommen. „Sie hat die ganze Familie mit genähten Masken versorgt“, verdeutlicht Hauschildt. Auch die Kunden, die das Geschäft der Hauschildts in Saarlouis besuchen, halten sich an die Pflicht: „Heute Morgen trug bisher jeder Kunde eine Maske“, sagt die Junior-Chefin zufrieden und fügt hinzu: „Die Leute halten sich an die Pflicht.“

Nicht nur in den Geschäften wird Schutzmaske getragen: Dieser Akkordeonspieler in Saarlouis trägt einen Mundschutz während er musiziert. Foto: Markus Renz

Thomas Dietrich, der Verkaufsleiter bei Photo Porst in Saarlouis ist, hat hingegen schon negative Erfahrungen an diesem ersten Tag der Maskenpflicht gemacht: „Zwei Kunden musste ich auf die Anordnung hinweisen. Denen habe ich gesagt, dass sie sich auch einen Schal vor den Mund halten können, wenn sie in das Geschäft möchten“, sagt Dietrich. Er empfindet das Tragen als richtig, aber anstrengend: „Mit Maske ist es schwieriger zu atmen. Aber die Maske gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.“

Auch jetzt können Kunden Passbilder anfertigen lassen. Bis kurz vor dem Knipsen muss der Mundschutz anbehalten werden. Darauf achtet Anita Kesler, die Fotografin und Fotofachverkäuferin bei Photo Porst in Saarlouis ist. Foto: Markus Renz

Auf Sicherheit ist auch Fotografin und Fotofachverkäuferin Anita Kesler bedacht. Die 45-Jährige fertigt auch jetzt Passfotos bei Photo Porst an. „Unmittelbar, bis das Bild gemacht wird, müssen Kunden ihren Mundschutz tragen. Nur dann, für den Moment des Knipsens, dürfen sie ihn unter ausreichend Sicherheitsabstand kurz abnehmen“, erklärt Kesler. Bei den fünf Kunden diesen Montag hat das funktioniert.

Hat sich an den Anblick der Kunden mit Maske schnell gewöhnt: Anna Lisa Theis, Bäckereifachverkäuferin in der Saarlouiser Bäckerei und Konditorei Welling. Foto: Markus Renz

Und auch in der Filiale der Bäckerei und Konditorei Welling halten sich die Kunden überwiegend an die Pflicht zur Maske: „Rund 90 Prozent der Kunden heute haben Maske getragen“, verdeutlicht Bäckereifachverkäuferin Anna Lisa Theis. „An den Anblick der Kunden mit Mund-Nasen-Bedeckung hat man sich schnell gewöhnt“, meint Theis und fügt an: „Allerdings sind die maskierten Kunden zum Teil schwerer verständlich.“

Ulrike Wegener, Inhaberin von "Fashion Outlet", hat in ihrem Geschäft in Saarlouis derzeit nur wenige Kunden. Foto: Markus Renz

Ulrike Wegener, Inhaberin des „Fashion Outlet“ in Saarlouis, wäre demgegenüber froh, sie hätte überhaupt Kundschaft: „Zur Zeit besteht wohl kein Interesse an neuer Kleidung“, meint sie nachdenklich. Eine Maske trägt Wegener dennoch.

Das Saarlouiser Geschäft „Nanu-Nana“ haben am Montagmorgen bereits etwa 90 Kunden besucht. „Sie haben alle Masken getragen. Jetzt wird aber oftmals nicht mehr der erforderliche Sicherheitsabstand eingehalten“, meint Verkäufer Daniel Schneider. Er fordert strengere Kontrollen zur Sicherheit aller.