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Unter erschwerten Bedingungen: Die Buddelei zur Spargelernte hat begonnen

Unter erschwerten Bedingungen : Die Buddelei zur Spargelernte hat begonnen

Noch vor Ostern werden die köstlichen weißen Stangen aus der Region erhältlich sein. Entscheidung zu Erntehelfern wird begrüßt.

Er gilt als das weiße Gold der Erde. Bleichspargel. Damit er seine typisch goldgelbe Farbe in den Kochtöpfen der Genießer entfalten kann, muss er erst einmal aus der Erde.

Bislang sahen sich wegen der Corona-Pandemie viele Spargel-, Obst- und Gemüsebauer mit dem Problem konfrontiert, dass in dieser Saison nicht wie sonst geerntet werden kann. Einreisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus schienen die Erntehilfe ausländischer Saisonkräfte zu verhindern. Jetzt haben sich Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Innenminister Horst Seehofer darauf geeinigt, dass im April und Mai trotz der Pandemie je bis zu 40 000 ausländische Erntehelfer einreisen dürfen.

„Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Dass 40 000 Saisonarbeiter einreisen dürfen, ist zwar fantastisch und besser als nichts. Insgesamt werden aber etwa 300 000 Helfer beim Gemüse-, Obst- und Weinanbau gebraucht“, meint Patricia von Papen-Bodek. Sie baut mit ihrem Mann unter anderem Spargel an, der auf ihrem Hofgut in Wallerfangen verkauft wird.

„Erntekräfte haben wir genügend“, sagt von Papen-Bodek zur aktuellen Lage und erklärt, dass sie in Sachen Erntehelfer mit dem Obstgut Klosterberg in Merzig kooperiert. Noch ist keine der angebauten Grün- und Bleichspargel-Sorten geerntet. Aber ab Ostern sollen diese voraussichtlich auf dem Hofgut in Wallerfangen verkauft werden.

Was die Spargelernte dieser Saison und den Verkauf betrifft, ist von Papen-Bodek zuversichtlich: „Ich bin Optimistin, sonst könnte ich meinen Beruf nicht machen. Die Leute haben Lust auf lokal Angebautes“, sagt von Papen-Bodek.

Thomas Ripplinger vom Obstgut Klosterberg hat bereits mit der Spargelernte begonnen. „Ob der Spargel dieses Jahr teurer wird, kann ich noch nicht einschätzen“, meint er zum voraussichtlichen Preis. Verkaufsstart für den Spargel soll am Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche sein, und zwar auf dem Bauernmarkt in Saarlouis. Die geplante Einreiseerlaubnis für Erntehelfer hat Ripplinger dankbar aufgenommen: „Das ist gut, muss aber jetzt erst einmal umgesetzt werden.“ Ripplinger schult derzeit Mitarbeiter aus anderen Bereichen, etwa dem Obstanbau, um, da er jetzt noch einige weitere Helfer beim Spargelstechen benötigt.

Auf den Feldern von Bauer Andreas Ehl ist die Spargelernte in vollem Gang. „Zu Ostern kommen ganze Mengen an Spargel“, schätzt er. Genügend Helfer für die gesamte Ernte habe er bislang aber nicht: „Ich werde weiter nach Helfern suchen müssen.“ Ab dem heutigen Samstag wird auf dem Hof von Ehl in Neuforweiler Spargel gekauft werden. Der Kilopreis liegt anfangs bei 14,50 Euro. „Wie sich der Preis weiter entwickelt, entscheidet dann der Markt“, sagt Ehl. Die weiteren Spargel-Verkaufsstände von Ehl sollen ab Dienstag oder Mittwoch in der Woche vor Ostern geöffnet sein.

Die Verkaufsstände in der Region werden bald öffnen. Foto: Mathias Winters

Katharina und Mark Bernauer in Heusweiler, die auch Felder in Beckingen haben, wollen ab kommender Woche mit dem Verkauf beginnen. „Der erste Spargel ist gestochen. Noch ist es zu wenig. Aber sobald die erste Kiste gefüllt ist, startet der Verkauf“, sagt Bernauer. Die einzelnen Verkaufsstände ihrer Marke „Erdbeerland Ernst & Funck“ sollen später abhängig von der Ernte nach und nach öffnen. Bernauer schätzt, dass 60 bis 70 Prozent ihrer Erntehelfer aus dem Vorjahr auch in diesem Jahr zur Verfügung stehen werden.