"Der schönste Ort"

Ensdorf. Rigobert Lieser bringt es, wenn auch, wie er sagt, "manchmal etwas übertrieben", auf den Punkt: "Ich bin viel gereist. Vom Südpol bis zum Nordpol, in über 100 Ländern, und ich habe lange überlegt: Wo könnte ich leben? Mir ist nichts anderes eingefallen als Ensdorf." Und mit dieser Meinung war er beim SZ-Ortsgespräch in Ensdorf in bester Gesellschaft

Ensdorf. Rigobert Lieser bringt es, wenn auch, wie er sagt, "manchmal etwas übertrieben", auf den Punkt: "Ich bin viel gereist. Vom Südpol bis zum Nordpol, in über 100 Ländern, und ich habe lange überlegt: Wo könnte ich leben? Mir ist nichts anderes eingefallen als Ensdorf." Und mit dieser Meinung war er beim SZ-Ortsgespräch in Ensdorf in bester Gesellschaft. Rigobert Lieser findet es toll, dass er innerhalb von fünf Kilometern jede Schule und Sportstätte erreichen kann und "unseren Vorort Saarlouis auf der anderen Seite der Saar", scherzt er. Für Gerda Both ist der Kreis Saarlouis der schönste im Saarland, "und Ensdorf ist der schönste Ort". Mit großer Begeisterung erzählt Ulla Koidl vom Ensdorfer Schwimmbad. Sogar Geburtstage feiert sie mit einigen Frauen im Freibad. Nicht einmal Regen hält sie ab. "Wir gehen auch mit Hut und Schirm", erzählt Ulla Koidl enthusiastisch. Seit 34 Jahren lebt Marie Antoinette Becker in Ensdorf. "Die Familie meines Mannes kann bis auf das Jahr 1635 zurückverfolgt werden", erzählt sie stolz. Bouleplatz und Campingplatz sind für sie das ganze Jahr über schöne Aufenthaltsorte. "Das Bergmannsheim ist einmalig", sagt sie, als Kulturzentrum und um gut essen zu gehen. Im Bergmannsheim hat Werner Both schon das Tanzbein geschwungen - "als ganz junger Bursche". Bis in die Zeit Napoleons hat Elke Ney ihre Ahnen zurückverfolgt und herausgefunden, dass sie mit dem berühmten Maréchal Ney verwandt ist. Und das behauptet auch Robert Koidl stolz von sich. "Klasse" findet Günter Felten die Zusammenarbeit der Vereine im Ort. Er ist vor kurzem zum neuen Vorsitzenden des Berg- und Hüttenarbeitervereins gewählt worden und ist wie viele andere Ensdorfer unzufrieden, dass das Bergwerk geschlossen wird. "Wie geht es weiter?", überlegt er.Fred Stinnen lobt das Sport- und Naherholungsangebot in Ensdorf. Und die Vereine, "die noch funktionieren". Er wünscht sich, dass der Marktplatz Haltepunkt der Bahn wird. So käme mehr Leben in den Ortskern. Ähnlich sieht das Lothar Osbild. Sein Vorschlag: den Bahnhof zum neuen Marktplatz verlegen. "Ensdorf hat mit weit über 60 Vereinen und Gruppierungen das beste Sportangebot auf engem Raum im Kreis", erzählt er. Den Wunsch von Brigitte Andres, das Schwimmbad zu heizen, kann Bürgermeister Thomas Hartz nicht erfüllen. Die Wasserfläche sei zu groß, Beheizung viel zu teuer. Applaus erhält Hartz für den Satz "wir wollen unser Bad auf alle Fälle erhalten". Damit sind Schließungsgerüchte vom Tisch.Dass in Ensdorf den ganzen Sommer über viele Veranstaltungen stattfinden, gefällt Uschi Moser gut. Thorsten Comtesse wünscht sich mehr Veranstaltungen für Jugendliche. Guido Müller lobt die Offenheit der Menschen. Dass der Friedhof mitten im Dorf liegt, gefällt Axel Andres: "Er ist ein Ort der Begegnung." Hans Amann freut sich, dass die Jugendfeuerwehr 25 Mitglieder hat. Und Helmut Engeldinger ist froh, dass ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut wird. Über die schönen Spielplätze freut sich Irmi Schütz. Und alle sind sich einig, dass sie nirgendwo anders leben wollen als in Ensdorf. Meinung

Liebeserklärungan Ensdorf

Von SZ-RedakteurinEsther Maas Ein wahres Feuerwerk an Liebeserklärungen haben die Ensdorfer Bürger beim SZ-Ortsgespräch entzündet. Sie lachten und scherzten, applaudierten sogar bei einigen Redebeiträgen. Dass die Ensdorfer ihren Wohnort lieben, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Und weil sie ihren Ort so sehr mögen, engagieren sie sich auch in Vereinen und sorgen so für eine lebendige und vielfältige Dorfkultur.