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Der Hof auf der Host in Eidenborn wird ökologisch bewirtschaftet

Hof „auf der Host“ : In Eidenborn ist man aufs Pferdchen gekommen

Auf dem Hof der Familie Brück tut sich viel: ein neues Fohlen, eine neue Reithalle wurde gebaut und ein Hofladen soll kommen

Das Kleine steht bei unserem Besuch noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Aber es probiert bereits die ersten Sprünge. Herminia heißt das Isländer-Fohlen, das vor Kurzem das Licht der Welt erblickt hat, und zwar auf dem Hof „Von der Host“ von Steve und Caroline Brück in Eidenborn. Herminia, Tochter von Hjördis und dem Brückschen Zuchthengst Blakkur, soll die Zuchtlinie der „Islandpferde von der Host“ aus Eidenborn weiterführen.

Es hat sich viel getan auf dem Hof des Ehepaars Brück seit unserem letzten Besuch vor etwa einem Jahr. Caroline Brück (30), die vor der Hochzeit mit dem saarländischen Landwirt im Westerwald bereits mit Leidenschaft Island-Pferde gezüchtet hat, hat alle ihre 20 Lieblinge nämlich inzwischen nach Eidenborn gebracht. Dazu musste nicht nur ein neuer Pferdestall gebaut werden, sondern es ist gleichzeitig auch eine kleine Reithalle entstanden. „Mit viel Eigenleistung“, berichtet das junge Paar stolz.

Neben der Unterkunft für die eigenen Pferde haben sie auch Pensionsplätze für Islandpferde und andere kleinere Pferderassen geschaffen. Etwa zehn dieser Pensionsplätze sind derzeit auf dem Hof frei.

Die Reithalle möchte die erfolgreiche Turnierreiterin allerdings vornehmlich fürs eigene Training und das Training der Pensionspferde nutzen. Denn eine Reitschule möchte Caroline Brück nicht eröffnen. „Wir möchten gerne, dass es hier so ruhig und idyllisch bleibt, wie es ist“, sagt sie. Und Ehemann Steve (31) fügt begeistert hinzu: „Wir haben hier neulich alleine vom Zuhören 21 verschiedene Vogelarten gezählt.“ Eine Idee hat Caroline Brück allerdings bereits, auf die sie Tochter Loreley gebracht hat: nämlich Reitgewöhnungskurse für Kinder ab drei Jahren.

Neben den seltenen rotbunten Husumer Sattelschweinen, für deren Zucht der Hof von der Host inzwischen bekannt ist, scharren jetzt Wachteln in ihrem Freiland-Auslauf und in einer der Boxen im großen Schweinestall gackern Hähnchen, die auf Bestellung direkt auf den Hof geschlachtet werden.

Rund 200 Hennen, die ebenfalls im Freiland gehalten werden, sorgen dafür, dass der Nachschub an Eiern stimmt, und mit der ökologischen Landschaftspflege rund um die neue Reithalle sind ein halbes Dutzend Schafe beschäftigt.

Eine Idee, die Caroline Brück schon länger mit sich herumträgt, ist es, nach Ende der Pandemie einen Hofladen zu eröffnen „Ich wünsche mir einfach viel mehr Kontakt und Austausch mit unseren Kunden, als es im vergangenen Jahr möglich war“, sagt sie.

Ihr Angebot, das es derzeit aus den Automaten im Eidenborner Milchhäuschen und auch online zu kaufen gibt, hat sie in den letzten Monaten beachtlich aufgestockt: Im Automaten stehen nämlich neben Hackfleischsoße, Currywurst und Bierknackern auch hausgemachte Delikatessen wie Himbeer-Crema, Grillsenf, Nussaufstrich aus deutschen Haselnüssen ohne Palmöl, die Eier der hofeigenen Wachteln, sowie kostbare Öle und – ganz neu – Holunderblütensirup. „Der Holunderblütenlikör braucht allerdings noch ein bisschen“, freut sich Caroline Brück. „Unser Leinöl und unser Rapsöl stammen aus eigenem Anbau direkt um die Ecke und werden frisch auf unserem Hof gepresst, das Hanföl wächst im Westerwald“, erklärt sie.

Am liebsten würden die beiden jungen Landwirte allerdings nur Zutaten aus eigener Produktion verarbeiten. Rund fünfeinhalb Hektar Fläche haben die Brücks in diesem Jahr alleine mit dem weißblühenden Öllein bepflanzt.

Im kommenden Jahr soll noch ein Mohnfeld dazukommen, von den Samen möchte Steve Brück dann Mohnöl pressen.

Die Tage sind lang auf dem Hof Brück in Eidenborn, vor allem jetzt im Sommer. Schließlich betreiben die beiden jungen Leute den Hof derzeit noch als Nebenerwerbsbetrieb. „Heute Abend gehen wir beispielsweise noch über die Wiesen und kontrollieren sie auf Jakobskreuzkraut“, sagt Caroline Brück. „Denn das muss raus, denn es ist giftig und darf nicht ins Futter geraten.“

Verkauf regionaler Produkte rund um die Uhr im Eidenborner Milchhäuschen in der Provinzialstraße, Telefon (01 51) 10 67 45 83.

www.vonderhost.de