„Da kann sich Verkehrsminister Scheuer eine Scheibe abschneiden“

Neue Schnellladestation : Klimaschutzmanager war erster Kunde

In Lisdorf gibt es seit Montag eine neue Schnellladestation für Elektroautos. 300 000 Euro kostete die Anlage.

„Verkehrsminister Andreas Scheuer kann gerne mal vorbeikommen und schauen, wie wir das Projekt in die Tat umgesetzt haben – da kann er sich mal eine Scheibe davon abschneiden.“ Das betonte Ralf Levacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis, bei der offiziellen Eröffnung der neuen Schnellladestation für Elektoautos im Saarlouiser Stadtteil Lisdorf am Montagnachmittag.

Rund 30 Personen waren gekommen, um die 300 000 Euro-Anlage zu begutachten. „Es war zwar teuer, aber wir glauben alle daran, dass wir von dieser Investition profitieren werden“, bekräftigte Guillem Tänzer von den Stadtwerken. Zwar haben die Elektro-„Zapfsäulen“ lediglich rund 70 000 Euro gekostet, verbunden mit dem gesamten Tiefbau sowie der Trafo-Station summieren sich die Kosten aber auf die genannten 300 000 Euro, so Tänzer. Bezuschusst wurde das Projekt mit 30 Prozent vom Bundesverkehrsministerium. „Es ist ein unverzichtbarer Schritt in Richtung Verkehrswende, wir wollen das Ladenetz in Zukunft weiter ausbauen.“

 Für das kommende Jahr sind drei weitere Stationen im Stadtgebiet geplant, im Gespräch sind Standorte in Fraulautern, Roden und Lisdorf. Insgesamt betreibt die Stadt Saarlouis mit der neuen Schnellladestation 13 Versorgungspunkte, darunter zwei Stationen mit einer Leistung von 150 Kilowattstunden: „Wenn man das mit einer normalen Steckdose vergleicht, ist das schon eine Hausnummer – so verringert sich im Vergleich zu einer üblichen Ladestation mit nur 22 Kilowattstunden die Ladezeit von über zwei Stunden auf lediglich 20 Minuten“, betonte Levacher.

Besonders froh zeigten sich alle Anwesenden über den gewählten Standort der Ladesäule, der in der Lisdorfer Provinzialstraße in direkter Nachbarschaft zur Autobahn liegt: „Sie ist auch ideal für Franzosen und andere Pendler erreichbar“, bekräftigte Levacher. Zudem fielen keine Parkgebühren während des Ladevorgangs an und die Zeit lasse sich ideal nutzen, da viele Geschäfte und Schnellrestaurants in unmittelbarer Umgebung liegen.

Der erste Kunde war mit seinem BMWi3 dann auch direkt zur Stelle, der Klimaschutzmanager der Stadt Saarlouis, Horst Rupp. Der hatte zunächst allerdings so seine Schwierigkeiten, da es seine ersten Erfahrungen mit einer Schnellladestation waren: „Kann mir mal einer zeigen, wie das eigentlich geht, ich hab das noch nie gemacht“, wirkte Rupp zunächst etwas hilflos.

Zum Glück war an diesem Tag genügend Expertise an einem Ort versammelt und so konnte das Problem schnell behoben und der Ladevorgang gestartet werden: „Es ist eigentlich kinderleicht, Bezahlkarte vor den Automaten halten, Schnellladekabel in das Auto stecken, Start drücken und der Ladevorgang wird gestartet“, erklärte Levacher. „Für mich ist das allerdings nichts, die Stecker sind ja viel zu schwer – gibt es die nicht auch eine Nummer leichter?“, fragte Bürgermeisterin Marion Jost lachend.

Einen kleinen Wermutstropfen dürfte die neue Schnellladestation für die künftige Kundschaft dann aber dennoch haben: Der „schnelle Strom“ kostet deutlich mehr Geld. Im Vergleich zu den 35 Cent pro Kilowattstunde bei einem normalen Ladevorgang müssen Kunden bei der Schnellladestation mit 59 Cent deutlich tiefer in die Tasche greifen. „Ich denke, das ist dennoch ein fairer Preis und bei uns gibt es auch keine Preisschwankungen wie an der Tankstelle üblich“, sagte Levacher. Zum Schluss gab er sogar noch ein Versprechen ab – die Strompreiserhöhung, die im nächsten Jahr kommen wird, ändere nichts am Preis an der „Zapfsäule“.

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